Interview
Opernhaus-Intendant Andreas Homoki: «Wir bemühen uns um Schweizer Understatement»

Ein «Oper! Award» für das Opernhaus Zürich: Intendant Andreas Homoki freut sich im Interview, dass die Jury genau das gewürdigt hat, was dem Haus wichtig ist.

Anna Kardos
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Andreas Homoki mit dem «Oper! Award». (Bild: K. Heller)

Andreas Homoki mit dem «Oper! Award». (Bild: K. Heller)

Herzlichen Glückwunsch! Das Opernhaus Zürich hat den ersten «Oper! Award» gewonnen. Worauf sind Sie besonders stolz?

Andreas Homoki: Dass in der Begründung der Jury genau die Dinge erkannt wurden, die uns wichtig sind: eine weltweit einmalige Bandbreite des Repertoires in grösstmöglicher Qualität nachhaltig und konstant anzubieten.

Der «Oper! Award» trägt ein Ausrufezeichen im Titel. Inwiefern passt das zu Ihrem Haus?

Eigentlich passt das Ausrufezeichen nicht wirklich zu uns, wir bemühen uns eher um Schweizer Understatement.

Gelobt wurde die «hervorragende Spielplangestaltung». Wie setzen Sie bei der Planung des Spielplans Ihre Ziele und Prioritäten?

Um ein breites Publikum dauerhaft anzusprechen, braucht es in der Programmgestaltung regelmässig die grossen Repertoirehits der romantischen Oper. Dennoch versuchen wir in Zürich, immer wieder Akzente zu setzen, etwa durch weniger bekannte Stücke oder durch Erkundungen im Barock sowie im 20. und 21. Jahrhundert.

Der «Oper! Award» ist ein deutscher Preis, mit deutscher Jury und explizitem Verweis auf die Theaterdichte in Deutschland. Mit dem Opernhaus Zürich erhält nun ein Schweizer Haus den Award. Worin sind Sie und das Opernhaus deutschen Häusern voraus?

Die Theatertradition unterscheidet sich in der Schweiz nicht wirklich von der in Deutschland. Dennoch habe ich das Gefühl, dass hierzulande Auseinandersetzungen um die Notwendigkeit von Kultur mit einer grösseren Gelassenheit und weniger ideologisch geführt werden.

So eine Auszeichnung ist Bestätigung und Ansporn. Was möchten Sie als Intendant noch stärker gewichten in den kommenden Saisons?

Zunächst freuen wir uns, dass wir in der vergangenen Saison offensichtlich einiges richtig machen konnten. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir Bestehendes nicht immer wieder überprüfen und versuchen, besser zu werden.