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OPER: Der schönste Schweizer Sopran

Sie gehört zu den wenigen Sängerinnen der Schweiz, die international eine Topkarriere machten. Zu Edith Mathis’ 80. Geburtstag wird ihr Können dokumentiert mit einer umfangreichen CD-Sammlung.
Fritz Schaub
Die Sopranistin Edith Mathis erhält 1978 den Hans-Reinhart-Ring, die höchste Theaterauszeichnung der Schweiz. (Bild: Keystone (Zürich, 28. November 1978))

Die Sopranistin Edith Mathis erhält 1978 den Hans-Reinhart-Ring, die höchste Theaterauszeichnung der Schweiz. (Bild: Keystone (Zürich, 28. November 1978))

Fritz Schaub

Der steile Aufstieg der jungen Sopranistin Regula Mühlemann führt aktuell vor Augen, dass man als klassische Sängerin auch von der kleinen Schweiz aus international Karriere machen kann. Bis an die Spitze gelang dies bislang nur Lisa Della Casa (1919 bis 2012) und der Sopranistin Edith Mathis, die am Sonntag ihren 80. Geburtstag feiert.

«Wie eine lyrische Sopranistin trotz moderatem Volumen mit vollem gerundeten Klang, silbrig in der hohen Lage und gesättigtem Ton im tiefen Register singen kann, hat die 1938 in Luzern geborene Edith Mathis in vorbildlicher Weise gezeigt», schreibt der deutsche Gesangspapst Jürgen Kesting in seinem dreibändigen Standardwerk «Die grossen Sänger». Seine Urteile bildet sich Kesting aufgrund von Schallplattenaufnahmen.

Da trifft es sich, dass die Deutsche Grammophon zum 80. Geburtstag der Schweizer Sopranistin nicht nur eine Anthologie mit sieben CDs, sondern auch die Liveaufnahme des «Rosenkavaliers» von den Salzburger Festspielen 1969 herausgegeben hat, in der Edith Mathis die ­Sophie sang. Alle Aufnahmen entstanden zwischen 1960 und 1983. Das war ihre Glanzzeit, in der auch die Schallplattenindustrie auf die lyrische Sopranistin aufmerksam wurde.

Von Luzern an die Met in New York

Edith Mathis’ Anfänge sind eng mit dem Konservatorium und dem Stadttheater Luzern verbunden. Dessen Direktor Max Sturzenegger erkannte das grosse Talent der jungen, aus einfachen Verhältnissen stammenden Sängerin und ermöglichte ihr 1957 das Bühnendebüt – als zweiter Knabe in Mozarts «Zauberflöte». Mozart spielte bei Mathis auch später eine Hauptrolle. Sie wählte die Pamina aus der «Zauberflöte» für ihr Debüt an der Metropolitan Opera New York 1970. Diese Partie sang sie auch unter Herbert von Karajan in seiner Gesamtaufnahme der «Zauberflöte», leider fehlt in der Anthologie ein Ausschnitt daraus.

Überhaupt vermisst man die Aufnahmen unter Karajan, mit dem sie sich, wie Peter Hagmann in seinem kundigen Mathis-Porträt im Booklet bemerkt, bei der Arbeit wie im privaten Bereich besonders gut verstand. Dies ist das einzige Manko dieser Edition, das umso unverständlicher ist, als alle diese Aufnahmen bei der Deutschen Grammophon selbst entstanden sind.

Teilweise wird das Manko kompensiert durch die Aufnahmen, bei denen der grosse Mozart- und Strauss-Dirigent Karl Böhm am Pult stand, der ihrer Entwicklung entscheidende Impulse verlieh. Sie sang unter ihm auch Richard Strauss, so an den Salzburger Festspielen 1969 im «Rosenkavalier», dessen Ausschnitte mit ihr als ätherisch in die Höhe strebender Sophie in einer Liveaufnahme festgehalten sind. Erfreulicherweise hat die Plattengesellschaft jetzt die auf CD seit längerem vergriffene, vollständige Liveaufnahme in der Traumbesetzung Ludwig/Troyanos/Mathis/Adam/Karl Böhm und Wiener Philharmoniker wieder aufgelegt.

Mathis singt Schumann: Eine Sternstunde

Trotz ihrer grossen Erfolge in der Oper, kamen im Oratorien- und Konzertrepertoire die Natürlichkeit und das «innig-expressive Singen» (Kesting) von Edith Mathis besonders zur Geltung. Dies spiegelt sich auch in der Edition wider, sind doch von den sieben CDs fünf dieser Sparte gewidmet: Oratorien von Bach, Händel, Haydn, Mozart, Dvorák und Brahms, Sinfonien von Mahler, Konzertarien von Mozart und in grossem Umfang Lieder von Schumann über Mozart bis zu Hugo Wolf und Brahms. Als Sternstunde bezeichnet Kesting die erste Schumann-Platte, auf der sie, begleitet von Christoph Eschenbach, den Liederzyklus «Frauenliebe und -leben» singt. Die Kollektion enthält sämtliche Aufnahmen der Schumann-Lieder mit Eschenbach. Überhaupt zum ersten Mal auf CD liegt die Auswahl aus Hugo Wolfs «Italienischem Liederbuch» vor.

Seit dem Abschluss ihrer Laufbahn widmet sich Edith Mathis, die lange mit dem Dirigenten Bernhard Klee verheiratet war, dem Gesangsunterricht, leitet Meisterkurse in Europa, Japan, Kanada und in den USA. Eine ihrer Schülerinnen war Diana Damrau, die heute zu den führenden Opern-und Liedsängerinnen gehört.

The Art of Edith Mathis (7 CDs). Richard Strauss: «Der Rosenkavalier» (3 CDs), Deutsche Grammophon.

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