Musical-Premiere «Priscilla»: Ohrwürmer und anrührende Szenen

Das Musical «Priscilla - Königin der Wüste» am Theater St.Gallen bietet grelle Show vom Feinsten und, eingebettet in die Reise dreier Travestiekünstler quer durch Australien, drei sehr persönliche Geschichten. Das Publikum ist hingerissen.

Rolf App
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«Priscilla»: Das ist auch eine wahre Kostümschlacht, ersonnen von Alfred Mayerhofer. (Bilder: Andreas J. Etter)
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Priscilla - Königin der WüsteBild: Andreas J. Etter/Theater St. GallenErwin Windegger, Michael Heller, Armin Kahl, Ensemble

«Priscilla»: Das ist auch eine wahre Kostümschlacht, ersonnen von Alfred Mayerhofer. (Bilder: Andreas J. Etter)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Das Publikum ist rasch auf den Beinen, und würden die Darsteller nicht irgendwann ein letztes Mal winken und sich der Vorhang im Theater St. Gallen schliessen, es würde noch lange weiterklatschen. Sehr zu Recht, denn das Musical «Priscilla – Königin der Wüste» von Stephan Elliott und Allan Scott ist in der Inszenierung von Gil Mehmert eine durch und durch überzeugende, ja hinreissende Leistung.

Natürlich sind es auch diese Ohrwürmer, die das Publikum schon lange kennt, und eine von starken Rhythmen durchpulste Musik, die zu diesem Eindruck beiträgt – Jeff Frohner und die Priscilla-Band leisten im Orchestergraben ganze Arbeit.

Drei hervorragende Hauptdarsteller

Mehr noch aber sind es jene, die auf der Bühne stehen, allen voran Armin Kahl als Tick, Erwin Windegger als Bernadette und Michael Heller als Adam – drei Travestiekünstler, die sich auf den Weg durch die australische Wüste machen, um dort zu gastieren, wo Ticks Sohn lebt. Er hat diesen Sohn noch nie gesehen. Was wird das Kind denken, wenn er den Vater in Frauenkleidern sieht? Das ist die persönlich anrührende unter einer wunderbar grellen Travestie-Geschichte, die «Priscilla – Königin der Wüste» zum Erlebnis macht.