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«Ohne die Helfer geht es nicht»

Morgen beginnt das 10. Kulturfestival St. Gallen. Die Erfolgsgeschichte der Sommerveranstaltung habe viel mit dem motivierten, eingeschworenen Team zu tun, ist Felaniaina Breitenmoser überzeugt. Sie ist seit Beginn im OK dabei.
Andreas Stock
Von Anfang an dabei: Felaniaina Breitenmoser organisiert die Helfer am Kulturfestival St. Gallen. (Bild: Peer Füglistaller)

Von Anfang an dabei: Felaniaina Breitenmoser organisiert die Helfer am Kulturfestival St. Gallen. (Bild: Peer Füglistaller)

ST. GALLEN. Als selbstverständlich erachtet Felaniaina Breitenmoser den Erfolg nicht. Klar, mit seiner nun zehnten Austragung gehört das drei- bis vierwöchige Festival zu Beginn der Sommerferien zu den beliebten Kulturveranstaltungen – mit Ausstrahlung weit über die Stadt hinaus. «Zwar hatten wir damals gehofft, dass unsere Idee eines Sommerfestivals ein Publikum findet, aber mit dieser Entwicklung hat wohl keiner von uns zu träumen gewagt.»

Die aus Madagaskar stammende und in Arbon und St. Gallen aufgewachsene Felaniaina Breitenmoser hat die ersten Enttäuschungen miterlebt. Damals 2002, als man mit der «Cheesgrueb Chebete» in einer Kiesgrube in Wasserauen ein erstes eintägiges Fest auf die Beine gestellt hatte – und dann drei Jahre hintereinander stets mit Regen gestraft wurde. «Das kann es nicht sein», hätten sie sich damals gesagt – und nach einem weniger exponierten Ort gesucht. Nach einiger Zeit waren sie mit dem stimmungsvollen Hof im Historischen und Völkerkundemuseum fündig geworden. Seither ist der Innenhof die Heimat des Kulturfestivals.

Langjähriges OK-Team

Ihre Motivation, sich kulturell zu engagieren, war auch aus einer Unzufriedenheit mit dem damals bescheidenen Kulturangebot entstanden. Seither ist Felaniaina Breitenmoser im eingeschworenen fünfköpfigen OK dabei. Neben den treibenden Kräften Lukas Hofstetter und Philip Stuber gehören auch Walter Boos und Roberto Bertozzi dazu. Felaniaina Breitenmoser verantwortet die Organisation aller Freiwilligen, die an der Bar, bei der Infrastruktur, an der Kasse und bei der Künstlerbetreuung mitarbeiten. Sie kann sich mittlerweile auf viele motivierte Männer und Frauen verlassen, unter denen einige schon seit Jahren dabei sind. Die in Zürich tätige Sozialarbeiterin schwärmt von den «super engagierten Leuten», die jedes Jahr mithelfen würden, dass das Festival so erfolgreich sein könne. Denn ohne diese Freiwilligen sei so ein grosser Anlass nicht denkbar.

Zeit für einen Schwatz

Sechs bis neun Leute werden jeweils für den Barbetrieb aufgeboten. Das sei zwar relativ viel, «aber wir wollen nicht, dass die Helfer unter Stress stehen», betont Breitenmoser. So hätten die Leute auch mal einen Moment, sich ein Konzert mit anzuhören, oder Zeit für einen Schwatz mit Freunden. Dass sich die Helferinnen und Helfer wohl fühlen, ihnen die Arbeit Freude macht, ist Felaniaina Breitenmoser wichtig: «Nur wer entspannt und mit Freude dabei ist, kann ein guter Gastgeber sein. Das trägt wesentlich zur guten Stimmung am Festival bei.» «Entlöhnt» werden die unverzichtbaren Helfer mit freien Eintritten ans Festival.

Vertrauen ins Programm

«Am Anfang war es schon eine grosse Herausforderung», sagt die 37-Jährige. Sie hätten Dinge ausprobiert und aus den Erfahrungen Anpassungen und Verbesserungen vorgenommen. Besonders auffallend zeigt sich das im Programm selbst, das über die Jahre immer mehr ein eigenständiges Profil erhalten hat.

Darf sie auch Vorschläge für Künstlerinnen und Künstler machen? «Klar kann ich das», sagt Breitenmoser, die gerne Hip-Hop und elektronische Musik hört; aber fest einmischen will sie sich bei der Programmgestaltung nicht: «Lukas und Philip machen das gut.» Die beiden würden ihnen jeweils vorstellen, was sie planen. Worauf freut sie sich dieses Jahr besonders? Sie muss nicht lange überlegen: «Auf den Jazzpianisten Aron Ottignon und auf FM Belfast.»

Jeder hilft jedem

Felaniaina Breitenmoser mag dann aber nicht ein einzelnes Konzert herausgreifen, das ihr aus den letzten neun Jahren in besonderer Erinnerung ist. Zumal sie die Auftritte oft eher nebenbei mitbekomme. «Es ist die besondere Atmosphäre, die mir gefällt, an die ich mich gerne erinnere», sagt sie, «die nächtliche Stimmung, die Lichter, die Menschen.» Und sie schwärmt vom «Kitt» im Team. Wie man sich gegenseitig helfe und unterstütze. Was man beispielsweise auch als Besucher beobachten kann, wenn die «Chefs» beim Abfallaufsammeln mithelfen. «Das ist schön und so muss es sein, sonst würde ich nicht mehr mitmachen», sagt sie bestimmt. Darum kann sie sich sehr gut vorstellen, auch noch beim 20. Kulturfestival dabei zu sein. Um daran mitzuhelfen, dass der charmante Kulturanlass seinen Charakter bewahrt.

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