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Ode an die Frauen: Sterben in Schönheit

Trotz Brustkrebs verliert Penélope Cruz in Julio Médems «Ma Ma» den Lebensmut nicht, denn sie findet eine neue Liebe. Der Film ist ein stark gespieltes, aber auch viel zu glattes Melodram.
Walter Gasperi
Penélope Cruz in Julio Médems neuem Film «Ma Ma». (Bild: pd)

Penélope Cruz in Julio Médems neuem Film «Ma Ma». (Bild: pd)

Ende der 90er-Jahre wurde Julio Médem mit «Los amantes del circulo polar» international bekannt, sorgte noch für Aufsehen mit dem freizügigen «Lucia y el sexo» (2001), ehe es schon wieder still um den 1958 geborenen Basken wurde. Nur noch das Liebesdrama «Caótica Ana» (2007) fand den Weg in die Schweizer Kinos, während «Habitación en Roma» (2010) kaum Beachtung fand.

Verbindende Schicksalsschläge

Den Weg in die Kinos ebnet Médems neuem Film «Ma Ma» vor allem die Besetzung der Hauptrollen mit Penélope Cruz, die auch als Produzentin fungierte und das Poster dominiert, und Luis Tosar. Von der Verspieltheit und Poesie seiner frühen Filme, der kunstvollen Reflexion über Schicksal und Zufall ist hier aber nichts mehr zu finden, denn von kleinen Zeitsprüngen und kurzen Traumszenen abgesehen, erzählt Médem linear und konventionell.

Unmittelbar setzt die Handlung mit einer Brustuntersuchung der Lehrerin Magda ein. Zu Arbeitslosigkeit und Trennung von ihrem Mann Raul kommt jetzt auch noch ein niederschmetternder Befund, der Chemotherapie und Amputation der rechten Brust nötig macht.

Bevor die Behandlung einsetzt, lernt sie bei einem Fussballspiel ihres etwa achtjährigen Sohnes Dani (Teo Planell) Arturo (Luis Tosar) kennen, der Nachwuchstalente für Real Madrid sucht. Auch ihn trifft alsbald ein schwerer Schicksalsschlag.

Wie der Titel eine doppelte Bedeutung hat – er spielt auf die spanische Bezeichnung für die Brust wie auch auf die der Mutter an –, so ist auch der Film in zwei spiegelbildliche Hälften geteilt. Zweimal wird die Welt Magdas zwar schwer erschüttert, dennoch versinkt sie nicht in Depression, schöpft Lebensmut zunächst aus einer neuen Liebe und im zweiten Teil aus der Verwirklichung eines letzten grossen Wunsches.

Zwischen Glück und Leid

Vom Leben und seinen vielfältigen Schattierungen will Médem erzählen und widmet den Film allen Frauen. Auf den Punkt gebracht wird dies im Final, wenn Magdas Gynäkologe Julián (Asier Etxeandia) mit Nino Bravas Song «Vivir» diese Bandbreite und Fülle mit Lieben, Leiden, Weinen, Lachen und Kämpfen besingt und daran erinnert, dass es letztlich nur darum geht, möglichst glücklich zu sein.

Dichte gewinnt das in sorgfältig arrangierten, aber geradezu aseptisch sauberen Hochglanzbildern gefilmte Melodram dabei zwar durch die Konzentration auf wenige Figuren und enge Handlungsführung, doch es bleibt letztlich auf der Ebene einer Edelschnulze und einer Plattform für die Stars Penélope Cruz und Luis Tosar stecken.

Mehr aufgesetzt als überzeugend integriert wirkt hier auch der zeitgeschichtliche Hintergrund mit spanischer Wirtschaftskrise und gleichzeitigem Sieg der Nationalmannschaft bei der Fussball-EM 2012 als Metapher für die Parallelität von Glück und Leid, und auch die Fussballleidenschaft Danis bleibt reine Staffage.

Kinok St. Gallen: 16.–30.6. Weitere Kinos in der Region dürften folgen.

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