Nutzen oder Schaden?

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Szene aus dem Stück «Alice». (Bild: Janosch Abel)

Szene aus dem Stück «Alice». (Bild: Janosch Abel)

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Brigitte Röder Lebensweisen in der Steinzeit, Hier und Jetzt 2017, 198 S., Fr. 69.–

Der Urmensch: ein Sammler, Jäger und Fischer. Neolithisierung heisst der Übergang zum Ackerbau und zur Tierhaltung. Eine ­folgenschwere Entwicklung der Menschheitsgeschichte, die als positiv bewertet wird. Im Nahen Osten begann diese vor 10000 Jahren in China vor 7000 Jahren. Die Archäologin Brigitte Röder fragt sich allerdings, ob die ­Neolithisierung für die Menschen wirklich so positiv war. Sie ermöglichte ein demografisches und wirtschaftliches Wachstum und liess die ersten Hochkulturen entstehen. Später folgte die Industrialisierung mit der heutigen Lebensweise im Wohlstand. «Mit fortschreitender archäologischer Forschung und Problemen wie der Klimaerwärmung zeigten sich die Kehrseiten dieser Zivilisation. Röder stellt fest, dass der Mensch davor 2,5 Millionen Jahre ohne diesen Fortschritt gelebt hat. Dabei hat er sich als eine der erfolgreichsten Spezies der Erde erwiesen. Dank seiner Anpassungsfähigkeit und seiner Er­findungsgabe hat er gelernt, in Sand- und Eiswüsten und in Wäldern zu leben. Er hat Gebirge und Meere überwunden. Vor 15000 Jahren hat er die meisten Kontinente der Erde besiedelt. Diese Anpassungsfähigkeit wird der Mensch nun wieder brauchen, um die Herausforderungen der Zivilisation zu meistern.

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Heiner Matzinger Der letzte Lachs am Rheinfall, Meier-Buchverlag 2017, 192 S., Fr. 49.–

Der letzte Lachs im Rhein

Die Warnung ist schon alt: «Die trübe Daseinsspur des Menschen hinterlässt eine entseelte Erde, die Harmonie der frei waltenden Natur ist zerstört», schrieb der Rheinforscher Robert Lauterborn vor etwa 100 Jahren. Er meinte damit die Folgen der Industrialisierung der Rheinlandschaft im 19. Jahrhundert, welche den Rückgang der Lachsfischerei im Rhein zur Folge hatte. Dieses Ende lässt sich auf das Jahr 1914 zurückdatieren, als mit den Bauarbeiten für das Kraftwerk in Laufenburg begonnen wurde. Doch der Lachs sei ein Symbol für ­königlichen Genuss, sauberes Wasser und urtümliche Natur, schreibt Heiner Matzinger. Sein Verschwinden somit ein Jammer. Für die Lachse ist seither einiges getan worden: Fischtreppen, Renaturierungen, Wiederansiedlung. Lachse schwimmen auch wieder, doch so richtig angekommen im Rhein sei dieser Fisch noch nicht.

Bruno Knellwolf