Noch riecht es nach frischer Farbe

Mit der von Viktor Giacobbo inszenierten Komödie «Alonso» startet das Casinotheater Winterthur heute in eine neue Saison. Am Samstag folgt ein Eröffnungsfest für das für 3,8 Millionen Franken grundlegend sanierte Haus.

Rolf App
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Alonso, der Nackthund. (Bild: pd)

Alonso, der Nackthund. (Bild: pd)

Am Ende unseres Rundgangs durch das neue Winterthurer Casinotheater landen wir oben im vierten Stock, in der Administration und bei der Künstlerwohnung – und treffen dort Max Gertsch, der zuletzt am Theater St. Gallen in der «Gräfin Mariza» zu sehen war und schon bald wiederkehren wird für Leonard Bernsteins «West Side Story».

«Alonso» im ersten Test

Doch bevor es so weit ist, muss er hier reüssieren. Max Gertsch spielt in «Alonso», einer von Viktor Giacobbo eingeschweizerten und inszenierten Komödie, neben Anne Hodler, Dominique Müller und Tamara Cantieni. Heute ist Premiere, schon hat eine Probevorstellung vor echtem Publikum stattgefunden, und «es hat getätscht», wie Nik Leuenberger sagt, der künstlerische Leiter des Casinotheaters. Die Erleichterung ist ihm anzuhören, denn eine gewöhnliche Saisonpremiere ist das ja nicht.

Die Handwerker sind noch da

Für 3,8 Millionen Franken ist das Theater in den letzten Monaten renoviert worden. Noch riecht man die Farbe, im grossen Festsaal sind sogar noch Handwerker an der Arbeit. Der Rest steht bereit für den Neustart. Im Festsaal ist ein neuer Holzboden eingezogen worden, weil der alte völlig abgenutzt war. Vieles andere jedoch präsentiert sich sanft saniert. Die neuen Stühle im Theatersaal stammen von derselben Firma, die vor immerhin 80 Jahren schon die alten geliefert hat. Aber man hat von Reihe zu Reihe sieben Zentimeter mehr Platz für die – in diesen Jahrzehnten doch länger gewachsenen – Beine. Im Saal haben deshalb statt 370 nur noch 350 Zuschauer Platz. Viel Geld ist in technische Verbesserungen rund um die Bühne und in die Lüftung im 1860 gebauten Haus geflossen. Äusserlich spektakulär sind die Veränderungen nicht, das hat das stimmungsvolle Haus auch gar nicht nötig.

Führung: Mike Müller

Ein Eröffnungsfest wird am kommenden Samstag von 11 bis 16 Uhr allen Interessierten einen Blick hinter die Kulissen erlauben – bei freiem Eintritt. Führen werden die Besucher Mike Müller, Bluesmax, das Frölein Da Capo, Gardi Hutter und Martin O., und natürlich wird es dabei keineswegs todernst-sachlich zugehen, sondern verschmitzt und mit Überraschungen.

Danach startet die Saison mit der gewohnten Mischung von Einzelauftritten und besonderen Formaten für den Nachwuchs. Marco Fritsche moderiert die «Frischlingsparade», im «Casino-Slam» treten Wortakrobaten gegeneinander an. Noch offener geht es bei «Rampensau» zu: Wer immer will, kann sich da als Künstler melden, wird aber dann vom Publikum kritisch gemustert. Schliesslich präsentiert Frank Baumann sein künstlerisches Patenkind, die «Blockflöte des Todes».

Mehrere Auftritte werden Michael Elsener und Simon Enzler haben – dessen neues Programm in St. Gallen Premiere hat. Und dann gibt es noch «Stille kracht», der von Jahr zu Jahr öfter durchgeführte Abend mit Vier-Gang-Menu, Artistik und Komik. Dass das Casinotheater über eine leistungsfähige Küche verfügt, erweist sich da als grosser Pluspunkt.

Näheres zum Programm unter www.casinotheater.ch