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Noch einmal auf Europatour

Die Band des Songwriters und Schriftstellers Willy Vlautin ist auf Abschiedstour in St. Gallen.
Marc Peschke
Songwriter und Schriftsteller aus Oregon: Willy Vlautin. (Bild: PD)

Songwriter und Schriftsteller aus Oregon: Willy Vlautin. (Bild: PD)

Portland ist seit jeher ein gutes Pflaster für Bands: Wipers, Dead Moon, Steve Malkmus, Portugal. The Man, Quasi, The Thermals – nur einige von vielen Gruppen und Musikern, welche die Stadt in Oregon zu einem Hotspot der US-Musikszene haben werden lassen. Auch Richmond Fontaine kommen aus Portland. Ihr countryfizierter Indie-Rock hat seinen Ursprung in den Neunzigerjahren. 1994 gründeten Gitarrist und Sänger Willy Vlautin und Bassist Dave Harding ihre Band, die bald zum Quintett wuchs.

Bis heute haben Richmond Fontaine zwölf Alben veröffentlicht – von der Musikpresse durchaus gelobt, aber ohne durchschlagenden Erfolg. Was jedoch nicht viel zu sagen hat: Die schönsten musikalischen Blüten wachsen oft im Verborgenen.

Altes Pferd in der Wüste von Nevada

So auch in diesem Fall, wie das aktuelle Album «You Can't Go Back If There's Nothing To Go Back To» zeigt. Das Cover ist symbolträchtig: Wir sehen nichts als ein altes Pferd in der Wüste Nevadas. Dahinter der Horizont. Mehr nicht. Wenn es dort nichts gibt, dann lohnt es auch nicht, dorthin zurückzukehren – das ist die Botschaft. Geschrieben, laut Vlautin, für Typen, die gegen die Wand gelaufen sind. «Es ist ein Album darüber, den Preis für das Leben zu zahlen, das man bis jetzt gelebt hat.» Ein wenig klingt diese Musik auch so: melancholisch, bitter, voller Narben: «Die Charaktere auf diesem Album», so Vlautin, «sind alle wie dieses Pferd: vom Leben gezeichnet und mit einem schweren Weg hinter sich.» Man hört es, dass eine der Lieblingsbands von Vlautin die Replacements sind, die ähnlich traurige, schöne Songs schreiben konnten. Und immer wieder finden sich in der Musik von Richmond Fontaine auch Referenzen an Tom Waits oder Nashville-Country-Aussenseiter wie Willie Nelson.

Songs für Freunde von Wilco und Bon Iver

Leider soll mit all dieser schönen Traurigkeit nun Schluss sein. Ein letztes Mal wurden nun die Koffer gepackt: Die Band ist noch einmal auf Europatour, um diesen ganz besonderen Ton zwischen Folk, Country und Indie-Rock anzuschlagen. Songs über ein karges, düsteres Amerika, das Vlautin auch in seinen erfolgreichen Romanen beschreibt, die in zwei Fällen schon verfilmt worden und inzwischen auch auf Deutsch erschienen sind. Das Outlaw-Personal dieser Romane findet sich ähnlich auch in den Songs wieder, denen man nun zum Abschied auch im St. Galler «Palace» lauschen kann. Freunde von Calexico, Wilco und Bon Iver sollten diesen denkwürdigen Abend keinesfalls versäumen.

So, 30.10., 20.30 Uhr, «Palace»

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