Pralles Konzertprogramm: Die Schüür überzeugt die kommende Tage mit einem grossen Repertoire an Live-Gigs

Während andere eine Pause einlegen, setzt die Luzerner Schüür auf Livekonzerte.

Regina Grüter
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Die Schüür gibt alles. Während die Schulferienzeit immer auch eine veranstaltungsarme Zeit ist, sorgt das Luzerner Konzerthaus dafür, dass auch die Daheimgebliebenen auf ihre Kosten kommen. Und man darf behaupten, dass vielleicht nicht für jeden, aber für ganz viele etwas dabei ist – derart ­verschieden sind die Gruppen, die in den nächsten Tagen einen Fuss auf die Bühne setzen.

Nicht nur für das Publikum, auch für die Künstler mag das Konzerterlebnis unter Coronaschutzmassnahmen ein bisschen ein komisches sein: Die maximal 300 Konzertbesucher werden in drei voneinander getrennte Sektoren eingeteilt. Nichtsdestotrotz: Die Leute lechzen nach Livemusik, die Musiker wollen auftreten – und die Schüür macht weiter.

Viel Spielfreude ­ und nackte Haut

Tim Freitag, die fünf Jungs aus Zürich, wurden im März diesen Jahres zum «SRF3 Best Talent» erkoren. Die Band bringt mit ihrem sanften, eindringlichen und dynamischen Indie-Pop die Fans in Verzückung: Sie haben 70000 monatliche Hörer auf Spotify.

Tim Freitag: Bereits am letztjährigen Musikfestival «Andermatt Live» sorgte die Zürcher Band für eine ausgelassene Stimmung beim Publikum.

Tim Freitag: Bereits am letztjährigen Musikfestival «Andermatt Live» sorgte die Zürcher Band für eine ausgelassene Stimmung beim Publikum.

Bild: Zvg/BLZ

Auf der Bühne laufen sie zu Höchstform auf, zeigen viel Spielfreude und nackte Haut oberhalb des Gürtels. Im März ist ihr erstes Album «Monsters Forever» erschienen, darunter die ­Singles «Hold On» oder «Bruises». Wegen Corona mussten Tim Freitag die Plattentaufe im Radiostudio feiern. Die «echte» soll nun am 10. Januar 2021 im Zürcher Kaufleuten stattfinden. Dort haben sie auch schon vor ausverkauften Rängen gespielt.

«Windschiefe ­ Folksongs»

«Mit windschiefen Folksongs feiern The Düsseldorf Düsterboys die Armseligkeit ihres Absturzlebens», schrieb «Die Zeit» anlässlich des Herbst 2019 erschienenen Debütalbums «Nenn mich Musik». Schöner kann man es fast nicht sagen. Für den Song «Kaffee aus der Küche» reichen folgende Zeilen: «Ich hol den Kaffee aus der Küche / Ich hol die Kippen aus dem Schrank / Ich hol den Wein aus dem Keller / Und hau den Nagel in die Wand.»

«Schlicht und einfach Musik»: The Düsseldorf Düsterboys.

«Schlicht und einfach Musik»: The Düsseldorf Düsterboys.

Bild: PD

Wunderbar melancholisch, poetisch, schräg. Die Düsterboys, das sind Peter Rubel und Pedro Goncalves Crescenti, die vielen als die unverkennbaren Stimmen von International Music bekannt sein dürften. Wie nennen sie selbst, was sie machen? Schlicht und einfach Musik.

Ozean auf der Haut ­ und Sonne im Gesicht

JPson ist halb Schweizer, halb Südafrika und ganz der Surferboy. Und ein Reisender. Seine Musik ist leicht und fliessend, geprägt von seiner Jugend in Südafrika und seinen Reisen durch Europa. Und JPson legt viel Gefühl in seine charmante Stimme. Eine optimistische Mischung aus Folk- und Roots-Music, die einen den Ozean auf der Haut und die Sonne im Gesicht spüren lässt.

Ganz der Surferboy: JPson.

Ganz der Surferboy: JPson.

Bild: PD

Wer mehr auf Garage-Rock’n’Roll steht, ist mit dem Schweizer Trio The Jackets (Samstag, 3. Oktober, 22.00) gut bedient. Nach dem Konzert sorgt «unser» Sam Pirelli mit seiner «Psycho Radio Show» für Partystimmung bis um vier Uhr morgens.

Was für ein Wochenmix.

Tim Freitag: Donnerstag, 1. Oktober, 20.00; The Düsseldorf Düsterboys: Freitag, 2. Oktober, 21.00; JPson: Mittwoch, 7. Oktober, 20.00; Schüür, Luzern, Infos und Tickets: www.schuur.ch