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Lesetipps Jugendbücher: Unterwegs zu sich selbst

Zwei Roadromane erzählen vom Sommer als Zeit des Heranreifens - der eine mit Spannung und Sensibilität, der andere schräg und schlagfertig.
Bettina Kugler

Nimmerland liegt in den Wäldern Schwedens

Voller wunderbarer Sätze ist dieser Sommerroman aus dem ­hohen Norden: eine Hommage an James M. Barries «Peter Pan» und dessen Glaube an die innere Kraft in jedem Menschen, die ihm Flügel verleiht. Ganz explizit aber auch eine Hommage an die erfolgreichste Roadstory der letzten Jahre: Wolfgang Herrndorfs «Tschick». Obwohl zunächst ­wenig passiert und die erzählende Figur Madeleine, wegen ihrer Fettpolster von Gleichaltrigen «Made» genannt, selbst unter ihrem Mangel an Attraktivität leidet, weckt sie sofort Neugier und Sympathie. Made soll die Ferien in einem Camp in Schweden verbringen, wo sie genauso wie daheim gemobbt wird. Dass sie bei einem Ausflug von einem durchgeknallten Fünfzehnjährigen zusammen mit dem Bus entführt wird, entpuppt sich als grosses Glück – auch für Leserinnen und Leser ab 12. Warmherzig folgt Jutta Wilke ihren Figuren durch die Wildnis bis zum überaus poetisch gezeichneten Showdown in der Mittsommernacht. Einen Satz auf Schwedisch wird man danach nie mehr vergessen: «Det allraviktigaste ögonblick är här och nu.» Der allerwichtigste Augenblick ist hier und jetzt: Seite für Seite die reine Wahrheit.

Jutta Wilke: Stechmückensommer. Ab 12. Knesebeck, 240 S., Fr. 23.-

Strampeln gegen Cybermobbing

Platz da, die Würste kommen! So laut und offensiv lässt Clémen­tine Beauvais ihre Erzählfigur ­Mireille in die Welt posaunen, wie sie es findet, zum dritten Mal in Folge zu den Bestplatzierten bei der Wahl zum hässlichsten Mädchen der Schule zu zählen. Mireille mag moppelig sein, auf den Mund gefallen ist sie nicht. Als Tochter einer Philosophielehrerin hat sie genügend Grips und Selbstironie für dreihundert Seiten witzig-unterhaltsame Lektüre. Auch an einer Botschaft, an einer kräftigen Prise Sozial- und Medienkritik fehlt es nicht in ­diesem Roman. Die aber kommt schräg daher, ohne Betroffenheitskitsch und mahnenden Zeigefinger: Köstlich! Bald sind die drei «Würste des Jahres», Mireille, Astrid und Hakima, flott unterwegs: Sie starten eine Tour de France in Richtung Elysée-Palast; am Nationalfeiertag wollen sie dort die Party stürmen. Klar, dass die sozialen wie die herkömmlichen Medien ihnen willig folgen.

Clémentine Beauvais: Die Könniginnen der Würstchen. Ab 14. Carlsen, 288 S., Fr. 25.-

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