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Der neue Spielfilm von Leonardo Di Costanzo: "L’intrusa"

Die Frau eines Mafioso sucht Schutz in einer sozialen Institution. Das sozialrealistische italienische Drama «L’intrusa» beobachtet, wie man diesem «Eindringling» in der Camorra-freien Zone begegnet.
Die Animositäten übertragen sich auch auf die Kinder. (Bild: Filmcoopi)

Die Animositäten übertragen sich auch auf die Kinder. (Bild: Filmcoopi)

Schockierend und faszinierend ist der Blick in die neapolitanische Mafia Camorra, den uns Schriftsteller und Journalist Roberto Saviano in «Gomorrha» gewährt. Die grandiose Fernsehserie basiert auf seiner gleichnamigen dokumentarischen Studie – halb Roman, halb journalistische Reportage. Savianos Name steht für Realismus; das Buch wurde ein Besteller, der Film von Matteo Garrone – mehr anthropologische Studie – mit Kritikerlob überhäuft.

Der Spielfilm «L’intrusa» des Italieners Leonardo Di Costanzo (einer der Regisseure von «Les ponts de Sarajevo») spielt in einem solchen von der Camorra kontrollierten Quartier in einem Vorort von Neapel. Sein Ansatz jedoch ist ein umgekehrter, aber ebenso sozialrealistisch, dokumentarisch fast. «L’intrusa» handelt von den Randfiguren; von Müttern, die ihre Kinder vor dem Einfluss der Camorra schützen wollen. Das von der Sozialarbeiterin Giovanna betriebene Freizeitzentrum bietet den Raum dafür. In der grauen Einöde aus Strassen und Wohnblöcken mit Graffiti als einzigen Farbtupfern finden die Kinder in diesem Mi­krokosmos mit mehreren Häusern und Aussenraum nach der Schule einen sicheren Hafen, wo sie spielen und sich kreativ betätigen können. Auch eine Velowerkstatt ist vorhanden, und die Kinder arbeiten fürs bevorstehende Sommerfest mit Begeisterung an Mr. Jones, einer mobilen Velo­skulptur. Das Zentrum bietet Platz für alle. Als jedoch die Frau eines Mafioso nach der Verhaftung ihres Mannes mit ihren beiden Kindern in der Institution Schutz sucht, sieht sich Giovanna mit einem Dilemma konfrontiert.

Helden kämpfen für mehr soziale Gerechtigkeit

Diese Giovanna wird zurückhaltend und doch eindringlich gespielt von der Tänzerin und Schauspielerin Raffaela Giordano. Sie ist Di Costanzos Heldin; in «A Scuola» war es der Lehrer an einer Schule in einem heruntergekommenen Vorort, in «Prove di Stato» der gesetzestreue Bürgermeister, der mit mafiösen Strukturen zu kämpfen hat. Hier zeigt der Filmemacher die Möglichkeiten und Grenzen sozialer Integration auf; und die Auswirkungen auf die Kinder. Giovanna positioniert sich – nicht frei von Zweifeln, aber getreu ihren Prinzipien – gegen jegliche Form von Ausgrenzung und stösst damit auf breiten Widerstand.

Das Ende dann ist ziemlich abrupt. Doch es liegt auf der Hand, einfache Lösungen gibt es nicht. Also präsentiert Di Costanzo auch keine. Das Fest findet dennoch statt.

«L’intrusa» startet am 13. Juni im Stattkino (Luzern).

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