New York–Odessa und wieder zurück

Yelena Akhtiorskaya war sieben, als sie von Odessa nach New York zog. Jetzt, mit 30 Jahren, hat sie ihren ersten Roman geschrieben – über diese beiden Orte. Klingt naheliegend, ist aber spannend, berührend und sehr witzig. Pasha sitzt lebensuntauglich am Strand.

Katja Fischer De Santi
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Focus - Lesen - Akhtiorskaya (Bild: Katja Fischer De Santi)

Focus - Lesen - Akhtiorskaya (Bild: Katja Fischer De Santi)

Yelena Akhtiorskaya war sieben, als sie von Odessa nach New York zog. Jetzt, mit 30 Jahren, hat sie ihren ersten Roman geschrieben – über diese beiden Orte. Klingt naheliegend, ist aber spannend, berührend und sehr witzig. Pasha sitzt lebensuntauglich am Strand. «Wäre er klug gewesen, hätte er sich ein halbes Jahrhundert früher in eine adelige Familie hineingebären lassen und seine Zeit damit verbracht, in winzigen Schweizer Sanatorien zu wohnen.» Aber Pasha ist in eine russisch-jüdische Familie hineingeboren worden, eine, die in den Achtzigern nach Amerika ausgewandert ist. Nur Pasha, der kränkliche Dichter, ist in der Ukraine geblieben. In diesem Sommer endlich besucht er seine Familie. Und hat doch keine Lust zu bleiben, obwohl ihn alle beschwören. Kehrt zurück ins triste Odessa, wo er «mit Eiszapfen am Bart aufwacht» und nichts repariert kriegt, «weil in seinen Händen jedes Werkzeug seinen Zweck vergass». Seine Nichte besucht ihn und will nachsehen, wer es besser getroffen hat, die Daheimgebliebenen oder die Ausgewanderten.

Yelena Akhtiorskaya: Sommer mit Pasha. Rowohlt 2016, 384 S., Fr. 29.–