«Neue Wege gehen und mir treu bleiben»

Sie haben für «Misty Mind» den Blues weitgehend hinter sich gelassen und sich dem Pop zugewandt. Weil er sich leichter verkauft? Nein.

Dieter Langhart
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Lina Button Singer/Songwriterin aus Pfyn, lebt in Zürich (Bild: pd)

Lina Button Singer/Songwriterin aus Pfyn, lebt in Zürich (Bild: pd)

Sie haben für «Misty Mind» den Blues weitgehend hinter sich gelassen und sich dem Pop zugewandt. Weil er sich leichter verkauft?

Nein. Ich hatte Lust, Neues auszuprobieren, wollte mich selber herausfordern und meinen Sound weiterentwickeln. Aber die bluesigen Einflüsse sind in meinen Songs nach wie vor hörbar – diese Mischung find ich spannend.

Verwaschen Sie so nicht Ihr Singer/Songwriter-Image?

Singer/Songwriter ist ja zum Glück ein weiter Begriff. Wenn man die Songs selber schreibt und singt, passt die Bezeichnung Singer/Songwriter – egal, ob die Musik eher folk-, blues- oder poporientiert ist.

Ein Song heisst «Move Forward»: Was ist Ihnen wichtiger: sich treu zu bleiben oder musikalisch neue Wege zu gehen?

Die Challenge für mich ist die Kombination von beidem: neue Wege zu gehen und sich dabei treu zu bleiben. Das ist ein intensiver Prozess, aber mit der neuen Platte ist mir das, glaube ich, gut gelungen.

Und was ist wichtiger: der Text oder das musikalische Kleid?

Es sind zwei verschiedene Elemente, die in einer CD-Produktion verbunden werden. Das eine kommt ohne das andere nicht aus. Als Songwriterin sind mir die Texte und die Emotionen, die da drin stecken, aber natürlich sehr wichtig.

Hatten Sie neben den zwei Produzenten Thomas Fessler und Beat Jegen noch genug Einfluss darauf, wie Ihre Lieder klingen?

Ja, ich bin sehr heikel, was die Produktion meiner Songs angeht, und spüre schnell, ob sich etwas fremd oder passend anfühlt. Im Studio haben wir viel diskutiert, ausprobiert, wieder verworfen, nochmals von vorne begonnen. Uns war wichtig, einen eigenen Sound zu kreieren.

Tournéestart: Sa, 19.9., 21 Uhr, Eisenwerk, Frauenfeld