Neue Leitung am Theater an der Grenze

Im September hat Sarah Thurnheer ihr letztes Programm am Kreuzlinger Theater an der Grenze vorgestellt, mit der zweiten Spielzeithälfte geben Birgit Auwärter und Simon Hungerbühler ihren Einstand – und brauchen das Theater nicht neu zu erfinden.

Dieter Langhart
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Birgit Auwärter und Simon Hungerbühler gestalten neu das Programm des Theaters an der Grenze in Kreuzlingen. (Bild: Dieter Langhart)

Birgit Auwärter und Simon Hungerbühler gestalten neu das Programm des Theaters an der Grenze in Kreuzlingen. (Bild: Dieter Langhart)

KREUZLINGEN. «Wir sind in einer Umbruchphase und stehen vor einem Generationenwechsel», sagt Fritz Brechbühl. Der Präsident des Vereins Theater an der Grenze meint dies durchaus positiv und spricht von einem «lässigen Wind im Vorstand». Der notabene ehrenamtlich arbeitet.

Sarah Thurnheer, die noch die erste Spielzeithälfte 2014/15 programmiert hat, habe ausgezeichnete Arbeit geleistet. Die Auslastung der Kleinbühne ist auf stolze 75 Prozent geklettert bei den zahlenden Besuchern – inklusive Gästen liegt sie bei 83 Prozent. 40 Sponsoren unterstützen inzwischen den Verein, der mehr als 20 Prozent neue Mitglieder angezogen hat.

Plattform für den Nachwuchs

Jetzt haben die Lehrerin Birgit Auwärter und der Theaterwissenschafter und Kulturvermittler Simon Hungerbühler das Programm für die kommenden Monate vorgestellt. Er sagt: «Wir können auf ihrer erfolgreichen Arbeit aufbauen und müssen das Theater nicht neu erfinden.» Sie sagt: «Wir können grosse Künstler auf unsere kleine Bühne holen.» Das Publikum könne sich darauf verlassen, dass sich ein Besuch in jedem Fall lohne, auch bei noch unbekannten Künstlern.

Simon Hungerbühler: «Wir legen Wert auf die Förderung junger Künstler, bieten ihnen gern ein Sprungbrett.» Unter ihnen ist der Güttinger Jan Rutishauser, der 2013 das Oltner Kabarett-Casting gewonnen und es unter die 100 im neuen Who is Who der Thurgauer Zeitung geschafft hat und der «BurnOut» zeigt, sein erstes abendfüllendes Programm. Oder der poetische Musikkabarettist Olaf Bossi aus Stuttgart, Gewinner des Paulaner Solos 2014. Er tritt nur mit Stuhl und Gitarre auf.

Spürsinn bewiesen hat das Leitungsteam auch beim komödiantischen Multitalent und TV-Star Anet Corti oder bei der träumerisch-cineastischen Performance des Duos Fatima Dunn und Mirjam von Ow – ein «Fenster zur Horizonterweiterung» nennt sie Hungerbühler.

Bewährte Zusammenarbeit

«Kooperationen bereichern unser Programm ungemein», sagt Birgit Auwärter. Das KIK-Festival Kabarett in Kreuzlingen bringt vier Könner des Fachs auf die kleine Bühne: Thomas Reis, Erwin Grosche, Christine Prayon – und Österreichs Altmeister Alfred Dorfer mit «Fremd – Solo». Kindertheater ist der zweite Akzent, den das Theater an der Grenze mit Hilfe der Profis vom Theater Bilitz aus Weinfelden setzt. Neben dem Figurentheater Lupine ist Ende April mit «Wer bist du denn?» eine Uraufführung zu sehen.