Neckless mit «Perfusion» in der Grabenhalle

Was sofort auffällt, ist die stilistische Veränderung. Dominierten auf dem Début noch Ska- und Reggae-Elemente, sind sie auf «Perfusion» nur noch als dezente Muster ins Gesamtbild eingebettet. In der Musik, die früher noch oft ausfranste, ist jetzt eine klare Kontur zu erkennen.

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Was sofort auffällt, ist die stilistische Veränderung. Dominierten auf dem Début noch Ska- und Reggae-Elemente, sind sie auf «Perfusion» nur noch als dezente Muster ins Gesamtbild eingebettet. In der Musik, die früher noch oft ausfranste, ist jetzt eine klare Kontur zu erkennen. «Wir haben breit gefächert angefangen und mit der Zeit unseren Sound gefunden», erklärt Bassistin Vanja Vukelic. Geradlinige, teils auch bombastische Rock-Songs, in denen sich dicke Synthesizer-Schichten über peitschenden Drums und treibenden Gitarren-Riffs auftürmen. Tracks wie «Leave Me Alone» oder «Changing Moment» erinnern in Aufbau und Melodieführung an Muse.

Die Band zog sich letztes Jahr für eine «Probewoche» in eine Berghütte zurück, wo sie erste Entwürfe für das neue Songmaterial sammelte. Dass sich die Musik verändert hat, habe auch mit dem Abgang des Gitarristen Rafael Espinoza zu tun, dessen funky-jazziges Spiel den Sound in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt hatte und der durch den Rock-geprägten Giuliano Sulzberger ersetzt wurde. «Unsere Konzerte waren jedoch schon immer rockiger und Synthie-lastiger», meint Sänger Marcel Sprenger. Die Direktheit und die Energie der Konzerte hätten sie nun auf der Platte verewigt.

Geplant war, die Vorabsingle «Salad Days» in den Hardstudios in Winterthur aufzunehmen. Den Verantwortlichen dort gefielen die Demos jedoch so gut, dass sie beschlossen, Neckless ein lange geplantes Förderprogramm anzubieten. «Wir können die Albumproduktion durch die Verkäufe der CD zurückzahlen. Das hat uns überhaupt erst ermöglicht, unter so professionellen Bedingungen aufzunehmen», erklärt Sprenger. Unter der Regie des Produzenten Pele Loriano wurden die Songs durchgekämmt und fertig geformt. «Wir waren froh um ein zusätzliches Paar Ohren, die die Stücke anders hörten als wir selbst», sagt Schlagzeuger Daniel Eugster. In nicht einmal zwei Monaten nagelten die Mittzwanziger das Album hin. Für die 2005 gegründete Gruppe aus dem Raum Uzwil gilt es nun, den nächsten Schritt zu machen. «Salad Days» – ein Begriff von Shakespeare, der hier als Abgesang auf die Jugendjahre und Unerfahrenheit steht – hat es in die Rotation bei DRS 3 geschafft und trägt die Musik der Band bis in die Romandie. (dag)

Morgen Fr, Grabenhalle, 21 Uhr