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NACHRUF: Pionier des Rock ’n’ Roll

Der US-Musiker Fats Domino ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Mit Hits wie «Blueberry Hill» oder «I’m Walkin’» erreichte er Millionen von Fans.
Rock-’n’-Roll-Pionier und Blueser: Fats Domino. (Bild: Getty)

Rock-’n’-Roll-Pionier und Blueser: Fats Domino. (Bild: Getty)

Antoine Domino, wie der aus New Orleans stammende Musiker mit bürgerlichem Namen hiess, war für sein wildes bis übermütiges Boogie-Klavierspiel bekannt. Gekoppelt mit einer unverkennbaren Stimme nahm er vor allem in den 1950er-Jahren zahlreiche Hitsingles auf, die Blues- und Rock-’n’-Roll-Fans weltweit erreichten.

Als Hurrikan «Katrina» im August 2005 über New Orleans wütete, verlor Domino seine Klaviere, Gold- und Platinalben sowie zahlreiche Erinnerungsstücke seiner Karriere. Der Musiker musste mit einem Boot aus seinem überfluteten Haus im Stadtteil Lower Ninth Ward gerettet werden und lebte zeitweise in einer Vorstadt von New Orleans, liess sein Haus aber renovieren und zog dort bald wieder ein. Eine Jazzstiftung organisierte ihm ein neues Klavier, Plattenfirmen ersetzten die goldenen Schallplatten und der frühere US-Präsident George W. Bush brachte persönlich eine neue Verdienstmedaille vorbei, nachdem die alte in den Fluten verloren gegangen war.

Über Nacht zum Millionenerfolg

Geboren wurde Antoine Domino als eines von neun Kindern in eine kreolische und höchst musikalische Familie im tiefen Süden der USA. Sein Vater spielte Violine, von seinem Schwager lernte Domino Klavier. Mit 14 verliess er die Schule und arbeitete in einer Fabrik, um nachts in Clubs auftreten zu können. Seine Musik war einfach, entspannt und humorvoll, eine Mischung aus Deltablues, Country, Cajun und Jazz.

Im Alter von 20 Jahren schaffte er den Durchbruch: Dominos Plattendébut «The Fat Man» – einer der ersten Rock-’n’-Roll-Songs überhaupt – wurde fast über Nacht zum Millionenerfolg. Danach schloss sich Domino mit dem Trompeter Dave Bartholomew zusammen und das Team schrieb einen Hit nach dem anderen. Für 23 Singles wurde Domino in nur zehn Jahren mit Gold ausgezeichnet. In guten Zeiten verkaufte er mehr Platten als Elvis – insgesamt 65 Millionen.

Im deutschsprachigen Raum dürfte der Song «I’m Walkin’» zu Fats Dominos wohl bekanntesten Titeln gehören; dies wegen eines Werbespots, der Anfang der Neunzigerjahre für eine Tankstellenkette warb und mit dem Song unterlegt war.

Eine seltene doppelte Ehrung

Aber mit dem Aufstieg der Beatles und Rolling Stones begann sein Stern allmählich zu sinken. Nur noch selten feierte Domino Charts-Erfolge, dafür tourte er durch die Welt. 1986 wurde er in die Rock ’n’ Roll Hall of Fame aufgenommen, wenig später auch in die Ruhmeshalle des Blues – eine seltene Doppelehrung.

Seiner Heimat New Orleans blieb Domino sein ganzes Leben lang treu. Gemeinsam mit seiner langjährigen Ehefrau Rosemary, die 2008 starb, zog er dort acht Kinder gross. Fats Domino sei in der Nacht zum Dienstag eines natürlichen Todes gestorben, gab der Gerichtsmediziner des Bezirks Jefferson Parish im US-Bundesstaat Louisiana bekannt. Die Familie habe Domino tot in seinem Zuhause aufgefunden. (sda)

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