NACHRUF: Lyriker auf der Klarinette

Mit dem Tod des Klarinettisten Eduard Brunner verliert die Schweiz einen bedeutenden Solisten und Kammermusiker.

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Der Basler Klarinettist Eduard Brunner ist im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit in München gestorben, wie der Oboist Heinz Holliger Medienberichte bestätigt. Geboren wurde Brunner 1939 in Basel. Er studierte am dortigen Konservatorium und machte mit 18 Jahren das Solisten- und Orchesterdiplom. Anschliessend studierte er in Paris bei Louis Cahuzac. Als 20-Jähriger wurde Brunner Orchestermusiker in Basel und spielte Kammermusik mit dem Oboisten Heinz Holliger oder dem Flötisten Aurèle Nicolet. Nach einem Intermezzo bei den Bremer Philharmonikern wurde er 1963 von Rafael Kubelik an das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks engagiert. Hier musizierte Brunner während 30 Jahren. 1992 folgte eine Professur für Klarinette und Kammermusik an der Musikhochschule Saarbrücken, dann widmete er sich wieder ausschliesslich dem Konzertieren und Aufnahmen.

Auf CD eingespielt hat Brunner rund 250 Werke aus dem gesamten Klarinettenrepertoire, viele davon als Solist mit bedeutenden Orchestern und Ensem­bles. Zahlreiche Komponisten schrieben für ihn Konzerte und Kammermusikwerke, darunter Cristóbal Halffter, Edisson Denissow, Heinz Holliger und Helmut Lachenmann.

Die lyrischen Qualitäten seines Instruments interessierten Brunner weitaus mehr als die virtuosen. Für sein Album «Musik für Soloklarinette» (Naxos) erhielt er 2012 den Deutschen Musikpreis Echo in der Sparte Instrumentalist des Jahres. (sda)