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Interview

Hannes Schmid, Fotograf des «Marlboro Man», stellt in St.Gallen aus: «Nach Hause gehe ich erst, wenn ich sterbe»

Er zeigt Fotografien von Hans Krüsi, den er als Picasso der naiven Künstler bezeichnet. Und Bilder vom Alpstein, die in den 1990ern für die grosse amerikanische Zeitschrift «Travel & Leisure» entstanden sind.
Christina Genova
Hannes Schmid reist auch noch mit beinahe 73 Jahren rastlos um die Welt. (Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

Hannes Schmid reist auch noch mit beinahe 73 Jahren rastlos um die Welt. (Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

Der gebürtige Toggenburger Hannes Schmid wurde bekannt als Fotograf des «Marlboro Man». Er fotografierte Rockbands, arbeitete für Modezeitschriften und engagiert sich heute für Hilfsprojekte in Kambodscha. Der 72-Jährige zeigt in der Galerie Beurret, Bailly, Widmer in St.Gallen Fotografien aus dem Alpstein (bis 27.9.). Zum ersten Mal ausgestellt sind ausserdem Bilder des Art-Brut-Künstlers Hans Krüsi.

Sie stellen die Serie «Silent Echoes» aus mit melancholischen Bildern aus dem Alpstein. Wie ist sie entstanden?

Hannes Schmid: 1998 fragte mich die amerikanische Reisezeitschrift «Travel & Leisure» für eine Schweiz-Reportage an. Ich sagte ihnen, dass ich meine Heimat fotografieren will und das ist der Alpstein, das Toggenburg. Ich wollte keine Touristenbilder, sondern näher zu den Menschen, zu den Gefühlen. Die Fotos wirken deshalb sehr morbide.

Die Fotografie «Silent Echoes» hing sechs auf achtzehn Meter gross am New Yorker Time Square. (Bild: Hannes Schmid)

Die Fotografie «Silent Echoes» hing sechs auf achtzehn Meter gross am New Yorker Time Square. (Bild: Hannes Schmid)

Wir war Ihre Kindheit im Toggenburg?

Wir waren vier Kinder und lebten als Protestanten im katholischen Stein SG. Mein Vater führte dort eine Bäckerei, doch kauften die Katholiken ihr Brot nicht bei Protestanten. Wir hatten nichts, lebten, um zu überleben. Mit meinem Vater ging ich oft zum Seealpsee zur Alpmesse. Wir hatten nur das Geld für eine Postautofahrt, zurück gingen wir zu Fuss. Aus dieser Zeit habe ich eine Postkarte mit drei Alphornbläsern, die ich für die Fotoserie nachstellte. Das Bild hing dann sechs auf achtzehn Meter gross am New Yorker Time Square.

Hannes Schmid fotografierte Hans Krüsi 1993, zwei Jahre vor seinem Tod. (Bild: Hannes Schmid)

Hannes Schmid fotografierte Hans Krüsi 1993, zwei Jahre vor seinem Tod. (Bild: Hannes Schmid)

Was verbindet Sie mit Hans Krüsi?

Per Zufall traf ich Hans Krüsi in Zürich und sprach mit ihm. Es war der Beginn einer tollen Freundschaft. Für mich war er der Picasso der naiven Künstler. Ich führte damals mit meiner Partnerin die Galerie «Die Bühne» in Winterthur. Dort stellte ich mit Erfolg seine Werke aus. Wie Krüsi nehme ich mir die Freiheit, frei zu denken, und das führt zu Kreativität.

Das Bild «Childhood» stammt aus Hannes Schmids Alpstein-Serie. Er selbst hütete als Kind Geissen. (Bild: Hannes Schmid)

Das Bild «Childhood» stammt aus Hannes Schmids Alpstein-Serie. Er selbst hütete als Kind Geissen. (Bild: Hannes Schmid)

Sie wohnen in Zürich, sind aber rastlos auf der ganzen Welt unterwegs. Wo fühlen Sie sich zu Hause?

Am wohlsten fühle ich mich in meinem Häuschen im Toggenburg. Aber nach Hause gehe ich erst, wenn ich sterbe. (gen)

Bis 27. September 2019; Mittwoch bis Freitag von 9 Uhr bis 12 Uhr, 14 Uhr bis 17 Uhr, Unterstrasse 11, 9000 St.Gallen.

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