Nach dem Aus der Neustart: Der Galerist Christian Roellin eröffnet seinen «Kulturraum» in St.Gallen

Vor drei Jahren war Schluss: Christian Roellin beendete den Betrieb seiner Galerie in St.Gallen. Jetzt ergreift er die Initiative und präsentiert in den alten Galerieräumen eine hochkarätige Ausstellung. 

Julia Nehmiz
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Galerist Christian Roellin präsentiert in seinem «Kulturraum» St.Gallen Zeichnungen und Objekte des Thurgauer Künstlers Othmar Eder.

Galerist Christian Roellin präsentiert in seinem «Kulturraum» St.Gallen Zeichnungen und Objekte des Thurgauer Künstlers Othmar Eder.

Bild: PD

Noch vor wenigen Jahren blühte in der Ostschweiz eine rege Galerie-Szene. Doch diese Zeiten sind vorbei. Ende 2017 beendete der St.Galler Galerist Christian Roellin seine Tätigkeit und schloss seine Galerie - nach 13 Jahren und circa 70 Ausstellungen. 

Er war nicht der einzige. Bereits 2012 beklagte der rennommierte Galerist Paul Hafner die schwierige Situation der Branche: An Vernissagen komme praktisch nur noch, wer die jeweiligen Kunstschaffenden kenne. Es gebe in einer Stadt von der Grösse St. Gallens einfach zu wenig kunstinteressierte Menschen.

Doch Galerist Christian Roellin meldet sich nun, drei Jahre nach dem Aus seiner Galerie, zurück: Am 21. März eröffnet er den «Kulturraum Christian Roellin», und zwar mit einem hochkarätigen Programm. Er präsentiert Arbeiten des Thurgauer Küsntlers Othmar Eder. Die Einführung an der Vernissage am Samstag, 21.3.2020, 11 Uhr, hält Markus Landert, Direktor des Kunstmuseum Thurgau. 

Christian Roellin schreibt, dass «nach dem Einschlummernlassen seiner Galerie diese kurze, aber feine Präsentation von Othmar Eders Arbeiten eine erfreuliche Aktion in St.Gallen» sei. Ich brauche nicht zu sagen, dass es kaum mehr Galerien gibt und damit private Initiativen beinahe verschwunden sind, fügt er an. 

Mit seinem Kulturraum, den er in den Räumen seiner ehemaligen Galerie betreibt, möchte er den Versuch wagen, selektiv Kultur spartenübergreifend auf unkonventionelle Weise zu vermitteln. 

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