Mysterium und Virtuosität

FRAUENFELD. Die Konzertgemeinde Frauenfeld eröffnet ihre Spielzeit mit Barock. Das auf Alte Musik spezialisierte Ensemble Il Profondo mit der Solistin Anaïs Chen spielt frühbarocke Violinsonaten von nördlich des Rheins: Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Heinrich Schmelzer und David Petersen.

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FRAUENFELD. Die Konzertgemeinde Frauenfeld eröffnet ihre Spielzeit mit Barock. Das auf Alte Musik spezialisierte Ensemble Il Profondo mit der Solistin Anaïs Chen spielt frühbarocke Violinsonaten von nördlich des Rheins: Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Heinrich Schmelzer und David Petersen. Einen Schwerpunkt im Programm bilden Bibers «Mysteriensonaten» nach biblischen Texten, in denen durch das Umstimmen der Violinsaiten (Scordatur) ganz aussergewöhnliche Klänge ermöglicht werden – die das religiöse Mysterium unmittelbar erfahrbar machen sollen.

Für das virtuose Violin-Repertoire im deutschsprachigen Raum Ende des 17. Jahrhunderts ist bezüglich der Basso-Continuo-Besetzung beinahe alles denkbar: vom Geiger, der sich mit einem Orgelpedal begleitet, bis hin zu einer reichen Besetzung mit Zupf-, Streich-, Tasten- und Blasinstrumenten. Il Profondo hat sich für eine unübliche und charaktervolle Besetzung entschieden: vier Harmonieinstrumente (zwei Cembali, eine Orgel und eine Harfe) und ein Bass, der in 16'-Lage spielt. Durch das Verzichten auf ein 8'-Bassinstrument wie Cello oder Viola da Gamba entstehen dunkle Farben, und die Harmonieinstrumenten erhalten eine prominente Rolle. (red.)

Mi, 30.9., 20 Uhr, Rathaus www.konzertgemeinde.ch