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MUSIKFILME: Eine enge Verbindung

In der Reihe «Klein, aber fein» werden Ausschnitte aus sechs Musikfilmen ganz unterschiedlicher Genres vorgestellt.
Richard Butz

Seit gut hundert Jahren besteht in fiktionaler und dokumentarischer Form eine enge Verbindung von Musik und Film. Zahlreich sind Filme mit jazzorientierten Soundtracks, über Musiker- und Musikerinnen und über traditionelle und populäre Musikstile weltweit. Einen Einblick in dieses vielfältige Welt gibt jetzt ein Vortrag in St. Gallen.

Die Verbindung von Film und Musik beginnt vor der Erfindung des Tonfilms. Vor allem Pianisten begleiten Stummfilme, bald kommen ganze Orchester und Kinoorgeln hinzu. Vor genau 90 Jahren erscheint als erster langer Tonfilm «Der Jazzsänger» mit Al Jolson in der Hauptrolle. In der Folge treten bekannte Jazzstars wie Louis Armstrong oder Billie Holiday in peinlichen Nebenrollen in Spielfilmen auf. Bis zum Zweiten Weltkrieg entwickelt sich ein eigener Filmmusikstil.

Verdienstmöglichkeiten für Musiker in Hollywood

In der Nachkriegszeit verstärkt sich die Verbindung von Pop, Rock und Jazz mit Kino- und Fernsehfilmen sowie TV-Serien. Hollywood eröffnet vielen Musikern die Möglichkeit für einen ­regelmässigen Verdienst, so für Jazztrompeter, Produzent und Komponist Quincy Jones mit bis heute gegen dreissig Soundtracks.

Neben eigens für einen Film oder eine TV-Produktion geschriebener Musik, werden – wie im Kultfilm «Easy Rider» – auch aktuelle Rock- und Popsongs eingesetzt. Jazz wird mit Vorliebe für Kriminalfilme verwendet. Trompeter Miles Davis spielt 1958 schwermütigen Modal-Jazz zu Louis Malles «Fahrstuhl zum Schafott», das Modern Jazz Quartet im Jahr danach die Musik zum Film noir «Wenig Chancen für Morgen».

Recht freier Umgang mit Musikerbiografien

Biografien von Musikern inspirieren Regisseure zu Spielfilmen. In Bertrand Taverniers «Um Mitternacht» spielt Dale Turner den Tenorsaxofonisten Dexter Gordon, die Musik dazu stammt von Herbie Hancock. Der brillant agierende Forest Whitaker verkörpert in Clint Eastwoods «Bird» die Bebop-Legende Charlie Parker. Und eindrücklich ist, wie Joaquin Phoenix in James Mangolds Film «Walk the Line» die Ikone der Country-Musik Johnny Cash darstellt. Diese Spielfilme gehen recht frei mit den biografischen Fakten um.

Im Gegensatz dazu stehen lebensgetreue dokumentarische Filme. Herausragende neuere Beispiele sind «Marley» über den Reggae-Star Bob Marley oder «Amy» über das tragisch zu Ende gegangene Leben der Sängerin Amy Winehouse. Fast unüberschaubar ist die Anzahl von Konzert-, Tour- und Fan-Filmen, die zwar dokumentarischen Wert haben, aber vielfach filmkünstlerisch nicht von Bedeutung sind.

Von Schweizer Ur-Musik bis nach Teheran

Ein weites Feld eröffnet sich im Bereich des musikalischen Ethno-Films, der ebenfalls eine lange Tradition hat. In der Schweiz stösst Cyrill Schläpfers «Ur-Musig» mit Volksmusik aus der Zentralschweiz und dem Appenzellerland auf grosses Interesse.

Tony Gatlif, ein Algerien-Franzose, geht in «Latcho Drom» auf die Spur der Roma-Musik. In den USA taucht der vor vier Jahren verstorbene Les Blank mit faszinierenden Filmen tief in die Musik der Südstaaten (Jazz, Blues, Zydeco, US-Polka) ein. Und der Iraner Ayat Najafi legt mit «No Land’s Song» einen Film über ein Konzert von Solosängerinnen vor, die trotz einem offiziellen Verbot in Teheran aufgetreten sind.

Richard Butz

ostschweizerkultur

@tagblatt.ch

Musik im Film am 4. Musiksonntag Ost: So, 14.1., 10.30 Uhr, Diözesane Kirchenmusikschule, St. Gallen (Auf dem Damm 17)

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