Konzert

«Werde ich zu schweizerisch, tun mir Orte wie Las Vegas gut»

Der Aargauer Musiker gab in Las Vegas sein erstes Konzert in den USA. Es war sein 1001. überhaupt. DJ Bobo spielte vor 500 Fans. 100 waren Schweizer, 200 kamen aus Deutschland. Solche Orte täten ihm gut, um nicht zu schweizerisch zu werden.

Pascal Meier, Las Vegas
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DJ Bobo am Konzert im Hard Rock Café in Las Vegas.

DJ Bobo am Konzert im Hard Rock Café in Las Vegas.

DJ Bobo, warum spielen Sie Ihr 1001. Konzert ausgerechnet in den USA, wo Sie niemand kennt?DJ Bobo: Es ist eine Laune von uns, eine reine Spinnerei. Nur schon den eigenen Namen auf einer Leuchtreklame in Las Vegas zu sehen, ist unbeschreiblich. Ich habe schon mehrere solche Spinnereien in meinem Leben gemacht – eine davon war der Eurovision Song Contest (lacht). Was aber noch wichtiger ist: Mit diesem ersten Konzert in Nordamerika haben wir nun alle Erdteile bespielt. Das wollte ich erreichen.

Und Las Vegas war dazu erste Wahl?
Ja. Wo in den USA, wenn nicht in Las Vegas? Hier sind die Besten der Besten aus dem Musik- und Showbusiness. Davon lasse ich mich seit Jahren inspirieren. Wir führen dazu immer wieder Kreativtage in Las Vegas durch und besuchen Shows. Zudem tun mir Orte wie Las Vegas gut, wenn ich zu schweizerisch werde.

Das müssen Sie erklären.
Ich bin extrem bodenständig und sehr darauf fixiert, wie sich mein Handeln auf die Zukunft auswirkt. Hier in Las Vegas leben alle nur in den Tag hinein und es scheint kein Limit nach oben zu geben. Davon kann man lernen. Ich bin gerne schweizerisch, und das ist auch nichts Schlechtes. Der Blick auf Las Vegas tut mir aber auch gut und löst Fesseln. Das brauche ich alle paar Jahre.

Ärgert es Sie manchmal, nie in den USA Fuss gefasst zu haben?
Nein, es war nie mein Ziel, Amerika zu erobern. Nordamerika ist für jeden europäischen Musiker mit wenigen Ausnahmen schwierig. Nicht mal Robbie Williams hat hier Erfolg. Für mich ist viel überraschender, dass wir in anderen Erdteilen Erfolg haben, wo Amerikaner nicht hinkommen. Die Mongolei zum Beispiel.

Sie haben in den vergangenen 20 Jahren über 1000 Konzerte gespielt. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Auftritt?
Ja, sehr gut. Das war 1991 im Saalbau Reinach in meinem Heimatkanton Aargau. Wir waren zu dritt und Teil einer Wanderdisco. Der Eintritt kostete sechs Franken und es waren nur ein paar hundert Teenager da. Ich habe als DJ Musik aufgelegt, gerappt und gesungen. Meine Songs kamen ab Kassette, die einmal gedreht werden musste (lacht). Und ich trug ein glänzendes Goldjäckli – genau wie heute, zwanzig Jahre später in Las Vegas wieder. So schliesst sich der Kreis.