Sturm

Weltstars singen an Benefizkonzert in New York für "Sandy"-Opfer

Pop-Glamour für eine gute Sache: In New York haben Dutzende Weltstars bei einem grossen Benefizkonzert zugunsten der Opfer von Wirbelsturm "Sandy" gesungen. Um den Notleidenden zu helfen, verzichteten die Künstler auf ihre Gage.

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Wie viel Geld der Abend im Madison Square Garden gebracht hat, war zunächst aber noch unklar. Schon vor dem vierstündigen Konzert hatten die Veranstalter mit Eintrittskartenverkäufen 32 Millionen Dollar eingesammelt. Das Konzert wurde weltweit von Hunderten Millionen Menschen am Fernseher und Radio, im Internet und sogar in Kinos verfolgt.

Die erste halbe Stunde bestritt Rocklegende Bruce Springsteen, der mit seiner E Street Band mit Songs wie "Land of Hope and Dreams" und "Wrecking Ball" einheizte. Der 63-Jährige verbrachte einen Grossteil ihrer Jugend in New Jersey, wo der Wirbelsturm Ende Oktober schwere Verwüstungen angerichtet hatte.

Die Wiederaufbauarbeiten brachte Springsteen bei seinem Song "My City of Ruins" zur Sprache. Für die Nummer "Born to Run" holte Springsteen dann den ebenfalls aus New Jersey stammenden Jon Bon Jovi zu einem Duett auf die Bühne.

Selbstironischer Jagger

Mit von der Partie waren auch die Rolling Stones, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bandjubiläum feiern. "Das muss wohl die grösste Sammlung alter englischer Musiker sein, die sich im Madison Square Garden jemals versammelt hat", sagte Frontmann Mick Jagger selbstironisch.

"Wenn es in London zu regnen anfängt, müsst ihr kommen und uns helfen." Als "Sandy" Ende Oktober in New York gewütet habe, habe er sich nicht in New York aufgehalten, hatte Jagger vor dem Auftritt in einem Interview erklärt. Aber sein Apartment in Big Apple sei überflutet worden.

Illustre Gästeschar

Pink-Floyd-Gründer Roger Waters lobte derweil die Organisatoren der Benefizgala. "Hut ab vor den Organisatoren! Ich hätte das nicht gekonnt." Waters sang unter anderem mit einem Jugendchor seinen Welthit "Another Brick In The Wall".

Neben Waters, Springsteen, Bon Jovi und den Stones gaben sich Rapper Kanye West, Songwriter Billy Joel, Folkstar Eric Clapton, The Who und Paul McCartney ein Stelldichein. Einen Auftritt hatte auch Sängerin Alicia Keys, die selbst aus New York stammt.

Schauspieler Adam Sandler sorgte mit Comedyeinlagen für humorvolle Momente. Hollywood-Stars wie Leonardo DiCaprio, Susan Sarandon und Whoopi Goldberg baten vor im Stadion um Spenden oder nahmen am Telefon Spendenanrufe entgegen.

«12-12-12»

"Musiker sind meist die Ersten weltweit, die versuchen, den Opfern von solchen Katastrophen finanziell zu helfen", hatte Organisator John Sykes der Nachrichtenagentur dpa gesagt. "Sie sind es, die sagen: "Okay, ich verdiene ein oder zwei Millionen Dollar in einer Nacht, ich werde meine Zeit opfern, um diesen Menschen zu helfen"."

Das nach dem Veranstaltungsdatum "12-12-12" benannte Konzert gehört zu den meist verbreiteten Ereignissen der Fernsehgeschichte. Der Abend wurde allein in den USA von 34 Fernsehsendern übertragen. Fast 170 Radiosender in den USA und zwei Dutzend Websites übertrugen live.

"Sandy" war am 29. Oktober mit Hurrikanstärke auf die US-Ostküste geprallt. Mehr als 110 Menschen kamen in Nordamerika ums Leben, zehntausende Unternehmen und Häuser wurden zerstört. Die Schadensbilanz wird auf über 80 Milliarden Dollar geschätzt.