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Star-DJ Avicii ist tot – laut Polizei kein krimineller Hintergrund

Am Tag nach dem überraschenden Tod des DJs Avicii meldet sich die Polizei zu Wort. Der schwedische Künstler war am Freitagnachmittag im Oman verstorben.

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DJ Avicii mit 28 verstorben
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Avicii hiess Tim Bergling mit bürgerlichem Namen.
Mit dem Song «Levels» schaffte er den weltweiten Durchbruch.
Avicii kam aus Schweden.
Tim Bergling mit 24 Jahren.
Er war wegen seiner Auftritte viel unterwegs: Hier im Juni 2014 etwa legte er im Barclays Center in New York auf.
Auszeichnung: Im November 2014 erhielt Avicii den Award als beliebtester Künstler bei den American Music Awards in Los Angeles.

DJ Avicii mit 28 verstorben

Bjorn Larsson Rosvall

Der frühe Tod des schwedischen Star-DJs Avicii hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Der Elektromusiker, der mit Liedern wie "Wake Me Up" und "Hey Brother" Welthits landete, starb am Freitag im Alter von 28 Jahren im Golfstaat Oman, wie sein Management mitteilte.

Keine weiteren Erklärungen

Der Musiker, mit bürgerlichem Namen Tim Bergling, wurde in Omans Hauptstadt Muskat tot aufgefunden, wie sein Management mitteilte. Die Todesursache wurde allerdings nicht mitgeteilt.

Die Polizei schliesst einen kriminellen Hintergrund als Ursache aus. Zwei Autopsien seien vorgenommen worden, eine am Freitag und eine am Samstag, verlautete aus Polizeikreisen in dem Sultanat Oman.

Der Polizei lägen "alle Informationen und Details über den Tod vor", hiess es weiter. Auf Wunsch der Familie werde die Polizei aber keine öffentliche Stellungnahme abgeben.

«Die Familie ist am Boden zerstört, und wir bitten alle, ihr Bedürfnis nach Schutz der Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit zu beachten», hiess es. Weitere Erklärungen werde es nicht geben.

Das letzte Bild von Avicii

In Stockholm versammelten sich am Samstag tausende Fans und Musiker, um des Verstorbenen zu gedenken. Avicii, mit bürgerlichem Namen Tim Bergling, zählte zu den erfolgreichsten DJs der Welt.

Mit dem Song "Levels" gelang ihn 2011 der Durchbruch. 2012 und 2013 schaffte er es im Ranking des "DJ Magazine" jeweils auf den dritten Platz der besten DJs. Er arbeitete unter anderem mit Madonna, der britischen Rockband Coldplay und dem französischen DJ und Musikproduzenten David Guetta zusammen.

In den vergangenen Jahren hatte Avicii offen über seine Gesundheitsprobleme gesprochen - unter anderem über eine zum Teil durch exzessiven Alkoholkonsum verursachte Entzündung der Bauchspeicheldrüse. 2014 hatte er einige Live-Auftritte abgesagt, weil er sich die Gallenblase und den Blinddarm entfernen liess.

2016 verabschiedete er sich aus dem Musikgeschäft. Diese Szene ist nichts für mich", sagte er damals dem Magazin "Billboard". Nicht die Auftritte seien das Problem gewesen, sondern das Drumherum. "Alles, was noch dazu gehört, wenn man ein Künstler ist." Er sei im Grunde eher ein introvertierter Mensch, sagte er. "Es war immer sehr hart für mich."

Künstler würdigen Avicii

Der Sohn der prominenten schwedischen Schauspielerin Anki Linden war einer der ersten DJs, der es schaffte, mit elektronischer Tanzmusik in den Mainstream vorzudringen. Aviciis Megahit "Wake me up" mit dem Soul-Sänger Aloe Blacc war 2013 in Europa die Nummer eins. Sein mit elektronischer Musik unterlegter Remix von Coldplays "A Sky Full of Stars" (2014) wurde ein weiterer Hit. Als Produzent war er für Madonnas Album "Rebel Heart" (2015) tätig.

2015 legte Avicii sogar bei der Hochzeitsfeier des schwedischen Prinz Carl Philip und dessen Frau Sofia auf. "Wir haben ihn als Künstler und als wunderbarer Mensch, der er war, bewundert", erklärte das Paar. Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven nannte Avicii "einen der grössten Namen der Musik in Schweden in der modernen Zeit".

Madonna veröffentlichte auf der Online-Plattform Instagram ein Foto von sich und Avicii und schrieb dazu: "So tragisch. Auf Wiedersehen lieber süsser Tim. Zu früh gegangen." David Guetta erklärte auf Twitter, die Welt habe "einen unglaublich talentierten Musiker verloren".

Der Name Avicii stammt aus dem Sanskrit und geht auf den Buddhismus zurück. Das Wort Avici bezeichnet die tiefste Ebene der Hölle. Aus stilistischen Gründen fügte der Künstler ein zusätzliches "i" hinzu.

Diese Musik- und Filmstars gingen früh von uns:

Früh verstorbene Stars
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KURT COBAIN (27) Der Sänger und Gitarrist der Band Nirvana tötet sich 1994 unter Heroineinfluss selbst mit einer Schrotflinte.
JIM MORRISON (27) Der Sänger und Songschreiber der Band The Doors stirbt 1971. Die Todesursache wird nie ganz geklärt, der exzessive Drogenkonsum dürfte aber der Hauptgrund gewesen sein.
JIMI HENDRIX (27) Der Gitarrist und Sänger erstickt 1970 nach einer Überdosis Alkohol und Schlaftabletten an Erbrochenem.
JANIS JOPLIN (27) Die Leadsängerin und Songschreiberin mehrerer Rock- und Blues-Bands stirbt 1970 nach einer Überdosis Drogen.
BRIAN JONES (27) Das Gründungsmitglied der Rolling Stones ertrinkt 1969 unter Drogeneinfluss in einem Swimmingpool.
SID VICIOUS (22) Der Bassist der "Sex Pistols", eine der schillerndsten Gestalten des Punk-Rocks, setzt seinem Leben 1979 in New York mit einer Überdosis Heroin ein Ende.
JAMES DEAN (24) Der US-Filmstar starb 1955 bei einem Autounfall in seinem Porsche 550 Spyder.
TUPAC SHAKUR alias 2Pac (25) Der US-Rapper wurde 1996 an einer roten Ampel aus einem Wagen angeschossen und starb an seinen Verletzungen. Der Fall blieb ungelöst.
AVICII (28) Der berühmte DJ aus Schweden stirbt 2018 im Oman. Die Todesumstände sind nicht öffentlich bekannt. Er hatte gesundheitliche Probleme - nicht zuletzt wegen einer Alkoholsucht.
HEATH LEDGER (28) Der australische Hollywood-Star ("Brokeback Mountain") stirbt 2008 an einer Medikamentenüberdosis. Für "The Dark Knight" bekommt Ledger posthum einen Oscar.
MARILYN MONROE (36) Der grösste Filmstar seiner Zeit ("Manche mögen's heiss") stirbt 1962 vermutlich an einer Überdosis Schlaftabletten.
BOB MARLEY (36) Der jamaikanische Reggae-Sänger und -Songwriter stirbt 1981 an Krebs. Er befand sich auf dem Weg nach Jamaika, weil er in seiner Heimat sterben wollte. Doch er schaffte es nur noch nach Florida.
Michael Hutchence (37) Der Sänger der australischen Rockband INXS starb laut Gerichtsmediziner an Suizid. Seine Lebensgefährtin dagegen widersprach und sprach von einem missglückten Sexspiel. Hutchence wurde 1997 an einem Gürtel stranguliert in einem Hotelzimmer gefunden.
FALCO (40) Der österreichische Musiker (bürgerlicher Name Johann "Hans" Hölzel) starb 1998 bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik. Sein Wagen wurde von einem Bus gerammt.
PAUL WALKER (40) Der US-Schauspieler ("The Fast and the Furious") kommt 2013 bei einem Autounfall ums Leben - als Beifahrer in einem Sportwagen, der deutlich zu schnell unterwegs war.
ELVIS PRESLEY (42) Der „King of Rock ’n’ Roll“ stirbt 1977 auf seinem Anwesen Graceland. Er lag an einem frühen Nachmittag tot in der Badewanne. Die Todesursache "plötzlicher Herztod" ist bis heute umstritten. Möglich, dass seine Darmerkrankung Morbus Hirschsprung mit dem Herzstod in Zusammenhang steht.

Früh verstorbene Stars

Keystone