Würdigung
Rock'n'Roll-Pionier Fats Domino gestorben

In New Orleans wurde er verehrt wie ein Heiliger. Jetzt ist Fats Domino, ein wichtiger Wegbereiter des Rock'n'Roll in seiner Heimatstadt im Alter von 89 Jahren verstorben.

Stefan Künzli
Merken
Drucken
Teilen
Fats Domino ist tot. (Archiv)
11 Bilder
Dieses Foto zeigt den Bluessänger im Jahr 1956.
Weitere Impressionen aus Fats Dominos Leben.
Fats Domino ist tot

Fats Domino ist tot. (Archiv)

Doug Parker

Wer hat den Rock’n’Roll erfunden? Wer ist der Vater des Rock’n’Roll? Bis heute streiten Musikhistoriker um diese Frage. Einig ist man sich eigentlich nur, dass es nicht Elvis Presley, der «King of Rock’n’Roll» war. Dagegen hat Fats Domino exzellente Karten: Denn im Jahr 1949 nahm der schwergewichtige Pianist aus New Orleans den Song «The Fat Man» auf, den man durchaus als den Geburts-Song des Rock’n’Roll bezeichnen könnte. Denn er wurde zwei Jahre vor Ike Turners «Rocket 88», drei Jahre vor Bill Haleys «Rock The Joint» und sogar fünf Jahre vor Elvis «That’s Allright»und sechs Jahre vor Chuck Berry «Maybelline» aufgenommen.

Grosser Einfluss

Der Streit um die Vaterschaft ist noch nicht entschieden und wird wohl ungeklärt bleiben, doch Fats Domino war sicher einer der einflussreichsten Musiker in der Frühphase des Rock’n’Roll.
«The Fat Man» wurde zum Millionenseller, die Karriere lanciert. Seine beste Zeit erlebte er wie alle anderen Rock’n’Roll-Pioniere in den 50er-Jahren. Mit seinem Entdecker und Förderer, dem Musiker und Produzenten Dave Bartholomew lieferte er Hits am Fliessband. «Ain’t That A Shame» (1955) und vor allem «Blueberry Hill» (1956) sind die bekanntesten.
In den 60er-Jahren, mit dem Aufkommen der Beatles und Rolling Stones, wurde es etwas ruhiger um den Mann aus New Orleans, er blieb aber Live-Perforemer gefragt. 1986 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Das Magazin «Rolling Stone» listete Fats Domino auf Rang 25 der 100 grössten Musiker.

Opfer von Katrina

Fats Domino blieb immer mit seiner geliebten Heimatstadt New Orleans verbunden. Hier zog er sich in späteren Jahren ins Privatleben zurück und trat nur noch selten auf. Als 2005 der Hurrikan Katrina in New Orleans wütete, lieferte Domino noch einmal unfreiwillig für Schlagzeilen. Sein Haus wurde vollkommen zerstört und er selbst wurde zunächst vermisst, dann aber doch noch aus dem Katastrophengebiet gerettet. Musikerkollegen solidarisierten sich mit Fats Domino und produzierten 2007 das Album «Goin’ Home: A Tribute to Fats Domino». Mit den Einnahmen aus dem Album wurde sein Haus in New Orleans wieder aufgebaut. Sogar der damalige Präsident George W. Bush stattete ihm einen persönlichen Besuch ab.