Konzert
Neue musikalische Querverbindungen

Am 29. April spielt das Mondrian Ensemble Basel im Gare du Nord. Seit 17 Jahren gibt es das das Quartett schon – was ist die Eigenart der vier Musikerinnen?

Nik Broda
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Ivana Pristasova, Petra Ackerman, Tamriko Kordzaia und Karolina Öhman: Das Mondrian Ensemble Basel besteht seit 17 Jahren.

Ivana Pristasova, Petra Ackerman, Tamriko Kordzaia und Karolina Öhman: Das Mondrian Ensemble Basel besteht seit 17 Jahren.

Arturo Fuentes

Fäden spinnen über gewachsene Gräben. Das ist die selbstgestellte Aufgabe der vier Musikerinnen des Basler Mondrian Ensembles. Da bleiben zunächst die Gedanken am Namen hängen: der niederländische Maler Piet Mondrian, natürlich, der fällt uns ein, klar: Musik und Kunst. Computernerds haben möglicherweise nur eine Software gleichen Namens im Kopf. Das kann’s also nicht sein.

Das 2000 gegründete, seither vielfach preisgekrönte Mondrian-Ensemble ist erstmal ein klassisches Klavierquartett: also Violine, Viola, Cello und Klavier. Aber die vier Musikerinnen spielen zwischen den Stilen und den Sparten, diese verbindend, Neues versuchend. Neue und neueste Musik ist ihnen ebenso wichtig, wie das klassisch-romantische Repertoire. So changieren sie unbekümmert zwischen Streichtrio, Klaviertrio und dem -quartett. Und mit Gästen, sei’s instrumental, sei’s vokal, lässt sich ein noch umfangreicheres Programm spielen.

Überraschende Kombinationen

Für ihr aktuelles Konzert im Basler Gare du Nord, dem Spielort (nach eigener Aussage und eigenem Erleben) «für die überaus lebendige und produktive zeitgenössische Musikszene der Schweiz, der Dreiländer-Region (Basel, Freiburg im Breisgau, Strasbourg) und über die Grenzen hinaus» zuständig, für dieses Konzert also haben sie sich ein rein französisches Programm gebaut.

Claude Debussy mit «Trois Chansons de Bilitis» - einem Liedzyklus erotisch-lesbischer Gedichte – Maurice Ravel mit seinen «Chansons madécasse», Liedern nach Madagaskanischen Poëms und der Sonate «a la mémoire de Claude Debussy», sowie Gabriel Faurés 1. Klavierquartett: ein impressionistischer Abend also. Als genialer Gast ist morgen Abend die Mezzosopranistin Solenn’ Lavanant Linke – langjähriges Ensemblemitglied des Theater Basel und jetzt freie Sängerin – zum Quartett dazugeladen.

Und Piet Mondrian, der Maler? Ist er nun Namensgeber für die vier Mondrianistinnen? Er, der Grenzgänger zwischen den Zeiten und Stilen, zwischen Impressionismus, Konstruktivismus und Abstraktem? Noch wissen wir’s nicht. Aber se non è vero, è ben trovato.

«Chansons madécasses» – Mondrian Ensemble: Ivana Pristasová, vl, Petra Ackermann, vla, Karlina Öhmann, vc, und Tamriko Kordzaia, klav; Gast: Solenn’ Levanant Linke, Mezzosopran. Mittwoch, 29. März, 20 Uhr, in Basel im Gare du Nord. www.mondrianensemble.ch