Montreux Jazzfestival
Neu gibt es drei statt zwei Konzertsäle - der Jazz erhält einen Ehrenplatz

Der neue Montreux-Chef Mathieu Jaton präsentierte sein erstes Programm nach dem Tod von Festivalgründer Claude Nobs. Der Jazz wird gestärkt und erhält den eigenen «Montreux Jazz Club». Die «Big Names» sind Leonard Cohen, Prince, Kraftwerk, deep Purple und ZZ Top.

Stefan Künzli
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Festivalleiter Mathieu Jaton.Key

Festivalleiter Mathieu Jaton.Key

KEYSTONE

Das erste Jazzfestival Montreux nach der Aera des verstorbenen Gründers Claude Nobs beginnt einen Tag früher und dauert einen Tag länger. Leonard Cohen eröffnet das Festival schon am Donnerstag 4. Juli und tritt am darauffolgenden Abend gleich nochmals auf. Das grosse Finale findet in diesem Jahr erst am Sonntag, dem 21. Juli statt. Geplant ist eine grosse Hommage an Claude Nobs, die Quincy Jones und Marcus Miller (der letzte musikalische Direktor von Miles Davis) konzipieren und bestreiten werden. «Wir wissen noch nicht, wen sie einladen werden», sagte der neue Festivalleiter gemäss «24 heures» an der Medienkonferenz verschmitzt, «aber wir haben Vertrauen...»

Prince, wie schon zuvor bekannt gegeben, wird gleich drei Konzertabende in Folge bestreiten. «Wir wissen nicht, was er machen wird», sagte dazu Jaton, «aber das wird sicher genial». Weitere «Big Names» sind Sting, Deep Purple, ZZ Top, Joe Cocker und Kraftwerk mit einer exklusiven 3-D-Show. All diese lebenden Legenden treten im Auditorium Stravinski auf. Dazu erhält der vielversprechende Newcomer Woodkid in einem Auftritt mit grossem Orchester eine besondere Plattform.

Die grössten Neuerungen in Montreux sind konzeptioneller Art. Die «Miles Davis Hall», die zweite grosse Festivalhalle nach dem Auditorium Stravinski wird durch zwei Säle ersetzt: «Le Lab» und den «Jazz Club». Die «Miles Davis Hall» hat verschiedene Programmkonzepte durchlaufen, hat aber nie eine Identität gefunden.

Im «Montreux Jazz Club» wird der namengebende Stil des Festivals gestärkt. Angesagt sind Jazzgrössen wie Charles LLoyd, Avishai Cohen, Vijay Ayer, Youn Sun Na, David Sanborn, George Benson (akustisch), José James, Michael Wollny, Chucho Valdes und Dieter Meier mit Tobias Preisig. Mit dem Jazzclub mit 350 Sitzplätzen unt Tischen kommt das Festival einem langen Wunsch von vielen Jazz-Anhängern nach. Claude Nobs selbst hat diesen Wunsch unterstützt.

Der zweite neue Konzertsaal «Le Lab» fasst 2000 Plätze und ist für die kleineren, aber angesagten und hippen Acts wie James Blake, Cat Power, The Lumineers, Of Monsters And Men, Jake Bugg, Devendra Banhart, Kendrick Lamar, Paul Kalkbrenner, The Hives, Mark Lanegan, Flying Lotus und Parov Stelar bestimmt. Dazu kommen die Live-comebacks von Shuggie Otis und Rodriguez.

Die Idee zur Neukonzeption stammt von Jaton. Er betont aber, dass Nobs noch am Wechsel beteiligt war. Nobs habe in den letzten Monaten vor seinem Tod «den Frieden gefunden». «Claude wusste, dass seine Equipe bereit ist», sagte Jaton

Programm www.montreuxjazzfestival.com. Vorverkauf ab 14. April, 10 Uhr.

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