Künzlis Playlist
Meine Sommerhits 2017: Für die Auswahl gibt es eine Formel

Wie wird ein Song zum Sommerhit? Was muss ein Lied erfüllen, damit wir es im Sommer in der Endlosschlaufe hören? Gemäss einer Studie der britischen University of Huddersfield von 2005 gibt es eine einfache Formel dafür.

Stefan Künzli
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Thumb for 'Mokoomba: Kumakanda (Zimbabwe)'

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Die Formel für einen Sommerhit? Eingängige Melodie, tanzbarer Rhythmus, einfacher Text. Es sind die Merkmale der grössten Sommerhits wie «In The Summertime» von Mungo Jerry (1970), «Lambada» von Kaoma (1989), «Macarena» von Los del Rio (1993), «Mambo No. 5» von Lou Bega (1999) und «Ai Se Eu Te Pego» von Michael Telo (2011).

In diese Reihe fügt sich auch der diesjährige Hit «Despacito» von Luis Fonsi ein. Er erfüllt sämtliche Kriterien und steht schon seit Monaten an der Spitze der internationalen Charts. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Seit Eddie Cochran 1958 mit «Summertime Blues» den ersten Sommerhit landete, gehören diese Lieder zu den kommerziell Erfolgreichsten. In dieser Kategorie finden wir die grössten Gassenhauer, aber auch die grössten musikalischen Verbrechen.

Sommerhits teilen eine weitere Gesetzmässigkeit: Mit zunehmendem Erfolg steigt das Nervenpotenzial. Das heisst: Ab einer gewissen Zeit kann man die Songs nicht mehr hören. Da hilft nur noch: Abschalten! Sommerhitschreiber sind deshalb ausgesprochene «One-Hit-Wonder». Wer einmal einen Renner produziert hat, kann den Erfolg nicht wiederholen. Ist abgestempelt.

Wir haben deshalb die Formel für den anderen, den besseren Sommerhit definiert. Für den, der bestimmt nie in die Charts kommt, aber bestimmt nie nervt. Oberstes Kriterium bleibt: Der Song muss für gute Laune sorgen. Er soll grooven, sing- und tanzbar sein. Auch eingängig, aber eben nicht einfältig.

Wir sind in südlichen Gefilden fündig geworden. In Afrika, in Kuba und in New Orleans. Das Exotische gibt dem Song eine reizvolle Würze. Er darf durchaus erst beim zweiten Hören gefallen. Freude machen aber auch die neuen Rockkracher der Foo Fighters und Queens of the Stone Age. Ebenfalls die Stücke der britischen Newcomer The Lemon Twigs und Royal Blood. Unser Sommerhit stammt aber von Taj Mahal (75) und Keb Mo (65). Niemand singt den Blues so entspannt wie die lebenden Blueslegenden. «All Around The World» ist mein Sommerhit 2017.

Das ist die aktuelle Playlist von Stefan Künzli

- TajMo: Taj Mahal Keb Mo: All Around The World (USA)

- Daymé Arocena: Negra Caridad (Kuba)

- Mokoomba: Kumakanda (Zimbabwe)

- Oumou Sangaré : Kamelemba (Mali)

- The Lemon Twigs: I Wanna Prove to You (Grossbritannien)

- Royal Blood: Lights Out (Grossbritannien)

- Queens oft he Stone Age: The Way You Used To Do (USA)

- Foo Fighters: Run (USA)

- Preservation Jazz Hall Band: Santiago (USA/New Orleans)

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TajMo: Taj Mahal Keb Mo: All Around The World (USA)

Daymé Arocena: Negra Caridad (Kuba)

Mokoomba: Kumakanda (Zimbabwe)

Oumou Sangaré : Kamelemba (Mali)

The Lemon Twigs: I Wanna Prove to You (Grossbritannien)

Royal Blood: Lights Out (Grossbritannien)

Queens of the Stone Age: The Way You Used To Do (USA)

Foo Fighters: Run (USA)

Preservation Jazz Hall Band: Santiago (USA/New Orleans)