Paula Dalla Corte
«Es ist krass und surreal»: Das sagt die Schweizer Gewinnerin von «The Voice of Germany» zu ihrem Coup

Paula Dalla Corte, die Siegerin von «The Voice of Germany», möchte als Erstes die Schule abschliessen, dann will sie sich der Musik zuwenden und schauen, wie weit sie kommt. An eigenen Songs tüftelt die Tägerwilerin schon lange.

Sabrina Manser
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Wie geht es Ihnen nach dem Sieg bei «The Voice of Germany»?

Ich freue mich natürlich und bin stolz auf mich. Es ist sehr überraschend gekommen. Ich bin eigentlich dorthin gegangen, um Kritik einzuholen, um auszuprobieren und um zu schauen, wie es ist, auf der Bühne zu stehen. Und jetzt bin ich Siegerin. Das ist krass und surreal.

Haben Sie die ganze Nacht durchgefeiert?

Es war megaschön. Wir haben unter den Talenten im kleinen Rahmen angestossen. Irgendwie war ich froh, dass es keine grosse Party gegeben hat – obwohl es schon auch cool gewesen wäre, mit den Freunden wegzugehen. Aber ich habe mich einfach gefreut, meine Familie und meinen Freund wiederzusehen. Wegen der Show war ich drei Wochen lang in Deutschland.

Paula Dalla Corte performt nach dem Sieg von «The Voice of Germany» nochmals das Lied «Someone Better».

Paula Dalla Corte performt nach dem Sieg von «The Voice of Germany» nochmals das Lied «Someone Better».

Pro Sieben Sat.1/Claudius Pflug

Wie haben Sie das Finale erlebt?

Es war wie ein Privatkonzert, bei dem man tollen Talenten zuschauen konnte. Das war wirklich cool.

Waren Sie vor den eigenen Auftritten angespannt?

Nervös bin ich nicht mehr gewesen, das war ich bei den «Blinds», also beim allerersten Auftritt. Beim Finale hatte ich einfach den Anspruch, dass ich einen coolen Auftritt hinlege. Mein erster Song, «Strong» von London Grammar, repräsentierte meinen Musikstil am besten. Es war mir daher extrem wichtig, dass dieser Song sitzt.

Waren Sie zufrieden?

Ja. Es hat Spass gemacht. Ich hatte etwas Angst, dass ich die Auftritte zu wenig geniessen kann, aber das ist zum Glück nicht passiert. Ich bin recht zufrieden mit meiner Performance.

Sind Sie jetzt, nach dem Ende der Show, mit Anfragen überhäuft worden?

Es kommt eine Nachricht nach der anderen rein – das ist beeindruckend. Aber ich sortiere die Anfragen aus. Ich kann mir vorstellen, dass ich mit meinem Musikstil auch ausserhalb der Schweiz und Deutschland Erfolg haben kann. Deshalb muss ich jetzt die Prioritäten richtig setzen.

Paula Dalla Corte zusammen mit ihren Coaches Rea Garvey (l.) und Samu Haber.

Paula Dalla Corte zusammen mit ihren Coaches Rea Garvey (l.) und Samu Haber.

Pro Sieben Sat.1/Claudius Pflug

Das Lied «Someone Better» haben Sie beim Finale mit Ihren Coaches Samu Haber und Rea Garvey performt und Sie haben auch selber daran gearbeitet. Was war Ihr Anteil?

Samu und Rea haben mir vier Akkorde vorgelegt. Es war eine einfache Melodie. Wir haben dann Linie für Linie miteinander angeschaut. Ich wollte eine gewisse Stimmung erzeugen, das habe ich erreicht. Und jeder von uns sollte seinen Platz im Song haben. Das war nicht ganz einfach, weil wir drei so unterschiedliche Künstler sind. Aber ich finde das Lied toll und superschön anzuhören. Aber in Zukunft möchte ich noch mehr mich selbst präsentieren.

Was heisst das?

Meine Musik ist eher psychedelisch. Der Song «Someone Better» ist mehr für die Masse bestimmt – ich wollte die Leute mit meinem Musikstil nicht erschrecken. In meinen Liedern spreche ich oft von Liebe. Dies auf eine esoterische Art und Weise. Die Songs sind eher melancholisch, verträumt. Aber auch provokant und ironisch.

Wie geht es für Sie weiter?

Priorität hat nun der Schulabschluss – den mache ich auf jeden Fall. Danach möchte ich in die Musik investieren, weil es Spass macht. Und warum sollte ich nicht Zeit und Geld in das investieren, was mir am meisten gefällt? Ich möchte ausprobieren und herausfinden, wo meine Stärken sind. Unter meinem Namen sollen Songs herauskommen, hinter denen ich stehe und die den Leuten gefallen.

Was wäre passiert, wenn Ihr Vater Sie nie bei «The Voice of Germany» angemeldet hätte?

Also ich hätte mich selbst nie angemeldet. Ich denke, ohne die Show hätte ich dann irgendwie, irgendwann einen halbprofessionellen Song herausgebracht. Nach dem Schulabschluss hatte ich eigentlich vor, auf Reisen zu gehen, und ich wollte dann Kunst und Architektur in Spanien studieren – das habe ich noch nicht aus den Augen verloren. Aber zuerst will ich schauen, wie weit ich mit meiner Musik komme.

Haben Sie schon vor der Show eigene Songs geschrieben?

Ja. Ich habe schon immer Musik gemacht. Zuerst auf dem Klavier, dann auf dem Keyboard und schliesslich auf der Tastatur des Laptops. Ich habe dort Melodien umgeformt und mich Stück für Stück an die Musik herangetastet, die mir gefällt.