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MUSIK: Frankofone Klänge am Säntis

Am Wochenende ist die zweite Ausgabe des frankofonen Musikfestivals «Musique am Berg» über die Bühne gegangen. Vier Formationen präsentierten sich in verschiedenen Stilrichtungen.
Goran Kovacevic (Dritter v. r.) auf der Schwägalp. (Bild: Hanspeter Schiess)

Goran Kovacevic (Dritter v. r.) auf der Schwägalp. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Festival eröffnete im vollbesetzten Saal des neuen Säntis-Hotels die Basler Chanson-Pop-Band Mistral, die ihre neue CD zum Besten gab. Rhythmisch präzis und musikalisch ausgewogen hört sich der Soundteppich an, der bestimmt wird von den beiden Gitarristen Markus Gisin an der verstärkten Akustikgitarre und Andy Tobler an der E-Gitarre. Kongenial unterstützt haben sie dabei die Schlagzeugerin Jana Landolt und der Kontrabassist Yves Neuhaus. Markus Gisin, der Bandleader und Sänger der Gruppe, erzählt zu jedem Song eine kleine Geschichte, die den französischen Text verständlich macht.

Seine Bühnenpräsenz ist beeindruckend und verrät die Auseinandersetzung mit seinen eigenen Songtexten, die von alltäglichen Ereignissen erzählen. Im Song «De Beauvoir» wird dabei die Genderproblematik der grossen französischen Philosophin zum Thema gemacht: «Man wird nicht als Frau geboren, man wird zur Frau gemacht.» Auch einen Seitenhieb auf den eidgenössischen, ultrakurzen Vaterschaftsurlaub kann er sich nicht ver­kneifen.

Ein zweiter Schwerpunkt der aktuellen CD bildet die Liebe zum afrikanischen Kontinent. Mit einer Mischung aus enttäuschter Empathie und zornigem Groll über die bestehenden politischen Verhältnisse kommen die beiden Songs «Freetown» und «Bon passeport» daher. Hier spürt man die Seele und den Herzschlag der Band. Der Funke springt über ins Publikum, das zuweilen auch als Back-Vocal-Chor mitwirkt.

Akkordeon als Inbegriff der französischen Kultur

Goran Kovacevic und fünf seiner Akkordeon-Studenten bilden den zweiten Event des kleinen Festivals. Das Akkordeon als Inbegriff der frankofonen Musik schlechthin transportiert wie kein anderes Instrument das «savoir-vivre» unseres Nachbarlandes. Der Meister-Akkordeonist aus Engelburg tritt auf mit Benedikt Berktold, Raphael Brunner, Christoph Doberstein, Maria Dobler und der Wattwiler Kantischülerin Leonie Früh, welche abwechslungsweise im Duett, Terzett und auch in Vollbesetzung zu hören sind. Die Kompositionen von Richard Galliano und Astor Piazzolla, die Väter der New-Musette und des Nuevo-Tango überzeugen mit ihren eigenwilligen Jazzharmonien.

Musikalische Meditation und elektrisierender Dialog

Eine fast andächtige Stimmung verbreitet die dreisätzige Komposition von Franck Angelis, die gut zur einbrechenden Dämmerung passt, die sich langsam über die verschneiten Tannen legt. Im dritten Satz «Comastor» entfalten Kovacevic und Brunner einen elektrisierenden musikalischen Dialog. Wie Vogelgezwitscher wirken die Passagen im feinsten Pianissimo. Perkussives Trommeln unterstützt die Virtuosität der beiden Akkordeonisten.

Als Zugabe wird der Libertango von Astor Piazzolla gegeben in der Formation des Sextettes. Obwohl einige instrumentale Nuancen gegenüber dem Nuevo-Tangoorchester von Piazzolla fehlen, wird die Formation mit Applaus in die Abendstimmung der Schwägalp verabschiedet.

Markus Wigert

ostschweizerkultur@tagblatt.ch

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