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MUSICAL: Grüne Haut allein macht nicht böse

«Wicked» ist am Broadway seit 2003 täglich ausverkauft. Nun ist die Geschichte zweier Hexen endlich in der Schweiz zu sehen.
Mirjam Bächtold
Wird wegen ihrer grünen Hautfarbe und trotz ihres freundlichen Gemüts zur Aussenseiterin: Hexe Elphaba. (Bild: Crocket)

Wird wegen ihrer grünen Hautfarbe und trotz ihres freundlichen Gemüts zur Aussenseiterin: Hexe Elphaba. (Bild: Crocket)

Mirjam Bächtold

In der Geschichte «Der Zauberer von Oz» wird Dorothy von einem Tornado mitsamt Haus von Kansas ins Zauberland Oz geschleudert. Dort muss sie gegen die böse Hexe aus dem Westen (The Wicked Witch from the West) kämpfen. Das Erfolgsmusical «Wicked» erzählt die Geschichte hinter der Geschichte: dass diese böse Hexe Elphaba aus dem Westen nicht immer böse, sondern eigentlich ziemlich cool war. «Das Leben ist nicht so schwarz und weiss, wie wir oft denken», wird Komponist und Oscarpreisträger Stephen Schwartz im Programmheft zu «Wicked» zitiert. Über 50 Millionen Menschen haben das Musical schon gesehen. 54 Aufführungen sind in Zürich geplant. Am Freitag war Premiere im Theater 11. Das Musical zeigt die Geschehnisse in Oz aus der Perspektive der beiden Hexen Elphaba, der «bösen» Hexe, und Glinda, der guten Hexe aus dem Norden.

Bezaubernde Hauptdarstellerinnen

Die beiden Hexen lernen sich an der Universität Shiz kennen, wo sie das Zimmer teilen müssen. Gegensätzlicher könnten sie nicht sein: Die aufgrund ihrer grünen Hautfarbe zur Aussenseiterin verdammte Elphaba, die ein gutes Herz hat und mutig für Schwächere einsteht. Und die beliebte, blonde und oberflächliche Glinda, die immer im Mittelpunkt stehen muss und sich gewohnt ist, alles zu bekommen, was sie will. Mit ihrem Getue erinnert sie an Reese Witherspoon aus dem Film «Natürlich blond». Das ist nicht verwunderlich: Der Produzent des Musicals Marc Platt hat bereits den Film produziert.

Klare Stimmen mit zarten Tönen

Die beiden Hauptdarstellerinnen Amy Ross (Elphaba) und Helen Woolf (Glinda) kontrastieren sich nicht nur äusserlich, sondern auch stimmlich. Helen Woolf ist ein klarer, reiner Sopran und verleiht ihrer Stimme in den hohen Lagen einen klassischen Touch. Amy Ross hat eine kräftige Belt-stimme, in die sie aber auch zarte Klänge einfliessen lässt. Gesanglich überzeugen auch der Zauberer (Steven Pinder), Boq (Iddon Jones), Nessarose (Emily Shaw) und Madame Morrible (Kim Ismay). Aaron Sidwell (Fiyero) hat jedoch Mühe in den hohen Tönen, die gepresst klingen und ab und zu leicht zu tief sind. «Wicked» basiert auf dem Roman von Gregory Maguire und erzählt eine komplexe Geschichte. Es geht um die Machtverhältnisse in Oz, um Manipulation und Angstmache. Als das Musical in den Jahren zwischen 1998 und 2003 geschrieben wurde, diente George W. Bushs Politik als Vorlage für die Figur des manipulativen Zauberers.

Identifikation führt zum Erfolg

«Wicked» erzählt aber auch die Geschichte vom Anderssein. «Jeder, der einer ethnischen Minderheit angehört, der schwarz, schwul oder Jude ist, jeder, der irgendwie das Gefühl hat, er passe nicht zur Gesellschaft, wird sich mit Elphaba identifizieren können», sagte Stephen Schwartz. Diese Identifikation und das Wiedererkennen der Figuren aus «Der Zauberer von Oz» hat zum grossen Erfolg des Musicals beigetragen.

«Wicked» zeigt, wie Gerüchte jemanden zum Feind machen können, der eigentlich nur Gutes im Sinn hatte. Und am Ende schwört Elphaba prompt, keine gute Tat mehr zu vollbringen. Und nicht zuletzt ist «Wicked» eine Geschichte über Freundschaft und darüber, wie die beiden Hexen sich gegenseitig verändert haben. «You’ll be with me, like a handprint on my heart», singt Elphaba, was so viel bedeutet wie: «Du wirst bei mir sein, wie ein Fingerabdruck auf meinem Herzen.» Das Zürcher Publikum war begeistert und belohnte die Darsteller mit Standing Ovations.

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