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Der Eschenzer Richard Tisserand hat eines seiner Gemälde als Wandteppich umsetzen lassen

Zu sehen ist es in seiner Einzelausstellung «réflexions» im Diessenhofer Museum Kunst + Wissen. Die Landschaft bleibt auch in seinen neuen Arbeiten das Thema, das ihn im Kern umtreibt.
Barbara Fatzer
«Ich male nur Farben», sagt Richard Tisserand. (Bilder: Donato Caspari)

«Ich male nur Farben», sagt Richard Tisserand. (Bilder: Donato Caspari)

Eigentlich hätte man erwarten können, dass Richard Tisserand auf Einladung des Kunstvereins eine Retrospektive im Diessenhofer Museum einrichten würde. Aber nein, es gibt eine Premiere. Er hat sich nochmals mit seiner gewohnt seriösen Recherche und ausdauernden Art in ein völlig neues Metier gestürzt, um «einen neuen Klang» in das ehrwürdige Haus zu bringen. Seine Hinterglasmalerei der letzten Jahrzehnte ist zwar immer noch aktuell, es sind auch ganz neue Werke hinzugekommen.

Nun aber wird man im Eingangsbereich von einer grossformatigen Textilarbeit empfangen, die einen mit ihrer intensiven Farbausstrahlung gleich in Beschlag nimmt. Hier wird die alte Kunst der Teppichwirkerei wieder aufgenommen, die schon vor Hunderten von Jahren kaltes Gemäuer wohnlicher ­gestaltete. Die Handwerkstradition hat sich seit dem 14. Jahrhundert in Aubusson herausgebildet und wird bis heute weitergeführt. Dort ist die dreiteilige Tapisserie gewebt worden.

Richard Tisserands hat seinen ersten Wandteppich in Frankreich herstellen lassen.

Richard Tisserands hat seinen ersten Wandteppich in Frankreich herstellen lassen.

Eines Maler-Forschers Reflexion über Textiles

Nur die Wiedergabetechnik ist neu für Richard Tisserand, die eine intensive Auseinandersetzung und Risikobereitschaft von ihm verlangte, denn selbst für die Weber in Frankreich war die Umsetzung der Farbentwürfe völlig ungewohnt. Die Themen aber, die den Maler seit den 70er-Jahren beschäftigen, sind immer noch die gleichen, wie er selbst bei der Gestaltung der jetzigen Ausstellung feststellt. Es ist die Landschaft, die Urheimat, in der Richard Tisserand aufgewachsen ist, zwischen See, Rhein, Wäldern und Hügeln, die solch unauslöschliche Bilder in ihm festgesetzt hat, dass er immer noch daraus schöpft.

Selbst wenn er sich in neue Gebiete verpflanzt, etwa in die Ardèche, in die Normandie und selbst in die Pariser Häuserlandschaft, wo er auch lebt und arbeitet. Er ist immer noch ein Maler-Forscher, unaufhörlicher Farbarbeiter, der fasziniert dem Geheimnis dieser optischen Sinneseindrücke nachspürt und sie in Reflexionen umsetzt, sowohl als gemalte Spiegelungen im Wasser wie auch über das Nachdenken, wie das menschliche Auge seine Umgebung wahrnimmt und sich im Innern ein Bild davon macht.

Gewagte Verbindung zu Carl Roesch

Richard Tisserand setzt seine Stadtlandschaften in den Dialog mit Gemälden von Carl Roesch.

Richard Tisserand setzt seine Stadtlandschaften in den Dialog mit Gemälden von Carl Roesch.

Richard Tisserand bezieht in seine Malerei auch ein, was andere Künstler vor ihm abgebildet haben, wie etwa Monet in der Normandie, Adolf Dietrich in der Unterseelandschaft. Auf keinen Fall geht es um Nachahmung dieser Künstler, sondern «ums Verarbeiten eines bestimmten Naturerlebnisses».

So wie jetzt bei Carl Roesch in Diessenhofen, dessen Bilder er mit einigen seiner früheren Werke in eine gewagte Verbindung bringt. Sehr geschickt setzt er seine Arbeiten – seien es Acryl-, Hinterglasbilder oder verfremdete Fotografien – so zwischen das Werk von Roesch, dass die gleiche Landschaft oder das gleiche Thema offensichtlich wird. Das verlangt vom Betrachter, die eigene Sehgewohnheit in Frage zu stellen. Die Verwandtschaft im Ausdruck ist da und doch ist jeder der beiden unverwechselbar in der Arbeitsweise.

Richard Tisserand bringt das in einer neuen Serie von Hinterglasbildern auf den Punkt. Man möchte gern auf ihnen dicht bewachsene, farbenprächtige Gärten wahrnehmen, aber der Künstler verneint: «Ich male keine Gärten, ich male nicht das Licht, ich male nur Farben.»

Vernissage: So, 20.10., 11 Uhr, Museumsgasse 11, Diessen­hofen; bis 1.3. Sa 15–18, So 14–18 Uhr; Rahmenprogramm.

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