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MUSEEN: Nicht einmal eine Klimaanlage

Konstanz will ein Haus für zeitgenössische Kunst, aber das Geld fehlt. Die vier städtischen Museen haben dennoch viel vor in diesem Jahr.
«Die demokratische Mona Lisa»: Tobias Engelsing zwischen Martina Kroth (Naturmuseum, l.) und Barbara Stark. (Bild: Dieter Langhart)

«Die demokratische Mona Lisa»: Tobias Engelsing zwischen Martina Kroth (Naturmuseum, l.) und Barbara Stark. (Bild: Dieter Langhart)

Während in anderen Städten die Besucherzahlen in den Museen zurückgehen, legt Konstanz auch nach dem Konzilsjubiläum noch leicht zu. Tobias Engelsing freut sich, er setzt auf niederschwellige Angebote, mehr Museumspädagogik und vertieft die Zusammenarbeit mit der Ostschweiz. Der Direktor der Städtischen Museen hat aber auch Sorgen.

In einem Jahr soll das neue Kunstdepot öffnen, doch die Idee eines Hauses für zeitgenössische Kunst bleibt bei den Politikern stecken. Es bräuchte städtisches Geld, weil es nicht selbsttragend sein kann. Und Engelsing weiss: als isolierte Forderung fände die Idee nie eine Mehrheit, da Konstanz längst in einem Investitionsstau stecke. Klüger sei es, kombinierte Lösungen anzustreben wie die Erweiterung der bestehenden Museen, die ohnehin unter «echtem Raummangel» leiden. Also will er für den Gemeinderat Szenarien als Entscheidungsgrundlage entwickeln. «Die grösste Chance hat ein Haus für zeitgenössische Kunst, wenn auch andere Museen es nutzen können», sagt Tobias Engelsing. Die privaten Galerien reichen nicht aus, und schwierig sei es, private Investoren zu finden wie in Ravensburg, Singen oder St. Gallen.

Der Sommer ist zu feucht für Zeichnungen auf Papier

Barbara Stark, die Leiterin der Wessenberg-Galerie, wird im Juli 20 Jahre Wiedereröffnung feiern mit einem Sommerfest samt Tag der offenen Tür. Doch auch sie hat Sorgen. Wenn die aktuelle Ausstellung mit Ernst Würtenberger im April endet, lässt sie die Fenster neu streichen – Geld für dringend nötige neue Fenster hat sie nicht. Anfang Mai zeigt sie in der Sommerausstellung einen Sammlungsquerschnitt als Zeitreise durch die letzten hundert Jahre, im Herbst folgen Meisterwerke aus der Sammlung Wilhelm Brandes mit Meisterzeichnungen seit dem Mittelalter – das Geld für eine Neuauflage des fast vergriffenen Katalogs aber fehlt. Barbara Stark hätte die Ausstellung lieber im Sommer gezeigt, aber das Wetter ist zu feucht für Papier. Und die Galerie hat nicht einmal eine Klimaanlage. Zum Jahresende folgt «Ein Leben für die Kunst» zu Heinrich Schmidt-Precht; der frühere Leiter hat die Sammlung der Wessenberg-Galerie entscheidend geprägt. Hier reicht es für einen Katalog.

Das Rosgartenmuseum – das nach zehn Jahren ein Audioguide-System erhält – zeigt ab Juni den politischen Flickenteppich um den Bodensee im Spiegel von Porträts, Miniaturen und Fotografien etwa des Daguerreotypisten Johann Baptist Isenring aus Lütisburg. Engelsing hält ein Porträt von Henriette Venedey in die Höhe, «die demokratische Mona Lisa», die massgeblich an der ersten Demokratisierung in Süddeutschland beteiligt war.

Im Bodensee-Naturmuseum schliesslich geht es im März mit Vogelkleidern «Ab in die Federn!», und das Hus-Haus widmet sich vom Mai an «Masaryk und Hus», dem ersten tschechoslowakischen Präsidenten und seinem Vorbild.

Dieter Langhart

dieter.langhart@tagblatt.ch

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