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Konzerte für Kinder:
Mozart reist durch den Kanton

Für Programme wie «Mozart!» oder «Ohrovision» nehmen Schulklassen aus der Region oft eine halbe Tagesreise in Kauf. Nun kommt das Sinfonieorchester St. Gallen ihnen in drei Auswärtskonzerten entgegen.
Bettina Kugler
Heimspiel in der Tonhalle mit «Ohrovision»: Das Sinfonieorchester St. Gallen vor Nachwuchspublikum im März 2013. (Bild: Coralie Wenger)

Heimspiel in der Tonhalle mit «Ohrovision»: Das Sinfonieorchester St. Gallen vor Nachwuchspublikum im März 2013. (Bild: Coralie Wenger)

Wie es sich anfühlt, in einer holpernden Postkutsche unterwegs zu sein, das wusste Kinderstar Wolfgang Amadé früh: Im zarten Alter von sechs Jahren tourte er mit Schwester Nannerl und dem Papi Leopold Mozart quer durch Europa und verzückte Adlige wie Bürger. Verglichen damit sind die Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchesters St. Gallen bislang eher Stubenhocker gewesen – für gewöhnlich pendeln sie zwischen den Spielstätten Tonhalle und Theater. Und ihr Stammpublikum kommt gern dorthin.

Anders sieht es aus, wenn es um die Noch-nicht-Abonnenten geht. Ihnen möchte das Orchester künftig gern öfter entgegenkommen – besonders denen, die dem kleinen Mozart altersmässig nahestehen: Schulkindern im Kanton. Denn für Primarschüler im Toggenburg, im Rheintal und am Walensee liegt die Tonhalle St. Gallen fast eine Schultagesreise weit entfernt. Auch wenn die Verkehrsmittel und -wege bequemer sind als zu Mozarts Zeit.

Hohe Ansprüche an die Akustik eines Saales

Seit längerem sondiert Konzertdirektor Florian Scheiber Möglichkeiten, auswärts Kinderkonzerte in zumindest kleinerer Orchesterbesetzung zu spielen. Doch einerseits bieten die straffen Dienstpläne der Musiker wenig freie Kapazitäten, andererseits fehlt es in der Region an Sälen, die über eine entsprechend grosse Bühne verfügen und den Ansprüchen an die Akustik genügen. «Nicht jede Mehrzweckhalle eignet sich», sagt Scheiber. «In Zeiten von Streamingdiensten muss ein Livekonzert klanglich einwandfrei sein, sonst kann man sich den Aufwand sparen.»

Jetzt ist der Reisebus gebucht

Nun ist der Car für drei Auswärtskonzerte gebucht: Im Februar reist das Orchester mit dem fasnachtsgerechten Programm «Mozart!» nach Rapperswil, Unterterzen und Altstätten. Die dortigen Schulämter sind Mitveranstalter und zahlen lediglich «einen kleinen Obolus», versichert Scheiber. Das Sinfonieorchester wolle Präsenz in der Region zeigen, gerade mit den Kinderkonzerten, die aus den eigenen Reihen von Musikvermittler und Tubist Karl Schimke konzipiert werden. «Das ist unsere Spezialität. Sehr oft werden solche Programme eingekauft.»

Bei den vier Konzerten pro Saison wird darauf Wert gelegt, dass die ganze Bandbreite abgedeckt ist: von «edukativ» über erzählend bis «partizipativ». Also von der klassischen Einführung in die «Familien» der Orchesterinstrumente, Formen, Klangfarben und das Ausdrucksspektrum von Musik über Evergreens wie «Nussknacker» bis hin zu Experimenten wie «K-Projekt», für das Schulklassen unter Anleitung selbst komponierten, in monatelanger unterrichtsbegleitender Projektarbeit. «Da haben wir wohl zu viel gewollt; im Nachhinein betrachtet war das wohl ziemlich gewagt», sagt Scheiber.

Kinder aus allen sozialen Schichten erreichen

Bodenständiger sind Programme mit bekannten Werken, «Hänsel und Gretel» etwa oder «Auf dem Wasser: Die Moldau». Mit ihnen die Tonhalle zu füllen, ist einfach. Lehrerinnen und Lehrer wählen gern Musik, die ihnen vertraut ist. Darüber hinaus gibt es Konzerte, die sich, wie «Romeo & Julia», eher an Jugendliche richten, dann auch die schon jahrzehntelang gepflegten Schulhauskonzerte einzelner Orchestermusiker sowie das Schülerkonzert für alle Zweitklässler der Stadt St. Gallen. «Dieses gibt uns die Chance, auch Kinder aus Familien zu erreichen, die nie in die Tonhalle gehen», so Florian Scheiber – überzeugt davon, dass das Live­erlebnis im begeisterungsfähigen Alter Spuren hinterlässt. Auch wenn zunächst noch eine Weile Rap, Rock und Pop angesagt sind.

14.2., 10.30 Uhr, Mehrzweckhalle Unterterzen, 17.2., 11 Uhr, Tonhalle St. Gallen, 25.2., 10.45 Uhr, Rittersaal Rapperswil, 26.2., 10 Uhr, Kulturraum Jung Rhy, Altstätten.

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