Momentaufnahmen

Lesbar Oper

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Richard Lorber: Oper – aber wie? Bärenreiter 2016, 260 S., Fr. 33.90

Seit gut einem Vierteljahrhundert betreut Richard Lorber beim Westdeutschen Rundfunk die Oper. Unter dem Titel «Oper – aber wie?» bringt er nun einen Band heraus, der 16 Radiointerviews versammelt, die er zwischen 2007 und 2014 mit wichtigen Oper-Menschen führte. Die Gespräche lesen sich gut, die Fragen sind sehr spezifisch auf die Interviewpartner zugeschnitten – allerdings auch auf ihre gerade aktuellen Produktionen. «Oper – aber wie?», die Frage wird 16-mal individuell beantwortet: Aus einem übergeordneten Ziel, etwas zu erreichen (Andrea Breth, Peter Konwitschny, Nikolaus Harnoncourt), aus dem Betrieb (Jonas Kaufmann, Cecilia Bartoli, Michael Gielen) oder aus der Technik (Thomas Hampson, Christof Loy). So bleiben die Gespräche Momentaufnahmen.

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Robert Maschka u. a.: Handbuch der Oper, 14., grundlegend überarbeitete Auflage, Bärenreiter/Metzler 2016, 958 S., Fr. 41.-

Verlässlicher Ratgeber

Wenn ein Handbuch seit 1951 immer wieder überarbeitet wird, ist das ein Qualitätsmerkmal. Das gilt für das «Handbuch der Oper», das zum 14. Mal erschienen ist und neue Werke bis 2016 berücksichtigt. Koordiniert von Robert Maschka haben zwanzig Autoren – Opernleute, Musikwissenschaftler, Kritiker – auf fast 1000 Seiten kurze Portraits von Opern geschrieben. Sie sind immer gleich aufgebaut: Besetzung, Gliederung, Handlung, stilistische Stellung und Geschichtliches. Braucht es dafür noch ein Buch? Nicht unbedingt gedruckt. Aber wie dieses Handbuch alle Rollen nach Grösse und Stimmfach einteilt – also ob eher ein lyrischer Tenor oder ein Wagner-Held gebraucht wird – und wie es die Spezialitäten eines Werkes herausarbeitet, hebt es über eine Internetrecherche hinaus.

Tobias Gerosa