Mit Tyll durch den Krieg

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Daniel Kehlmann hat den mittelalterlichen Schelm Till Eulenspiegel in den Dreissigjährigen Krieg verpflanzt, wo diese gespaltene Figur durchaus hinpasst. Aber der Roman handelt nicht von ihm, sondern vom Krieg, von Adligen, Heerführern, Scharfrichtern und vom wahnwitzigen Lebensalltag der kleinen Leute– und immer mal wieder taucht Tyll auf. Fakten und Fiktion werden subtil vermischt, es wird nicht linear erzählt, die Perspektive wechselt, das Erzähltempo variiert, Figuren werden unterschiedlich stark gezeichnet. Daraus entsteht ein ziemlicher Sog, der einen tief in jene Zeit eintauchen lässt. (ub)