Mit Herz- und viel Filmblut

Sie sind Mitte zwanzig, Absolventen der Filmschauspielschule Efas in Zürich und haben einen trashigen Gangsterfilm gedreht. Am Samstag zeigen sie ihn im Kinok.

Andreas Stock
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Kinobegeistert: Severin Gmünder und Chris Bucher. (Bild: as)

Kinobegeistert: Severin Gmünder und Chris Bucher. (Bild: as)

Die Vorbilder sind unverkennbar: das amerikanische Gangsterkino der 1980er-Jahre, wie Brian de Palmas «Scarface» oder «Miami Vice» von Michael Mann. Es sind Filme, die die Schauspielschüler Severin Gmünder aus St. Gallen und Chris Bucher aus Luzern schätzen und denen sie mit ihrem ersten Langfilm «Cocaine» nacheifern. Kennengelernt haben sich die beiden an der European Film Actor School Efas in Zürich; schnell haben sie gemerkt, dass ihr Kino–Herz für dieselben Filme schlägt.

Unbekümmerte Epigonen

Ihre trashige Hommage haben sie in Englisch in der Schweiz gedreht. Für die Aussenaufnahmen von Miami und Florida reiste Bucher mit einer Filmkamera in die USA. Kolumbien wird von Ascona «gedoubelt», die HSG wird zum Polizeirevier, der St. Galler City Beach dient als Club in Malibu. Die Story um Drogenkrieg, Verrat und blutige Rache nimmt sich zwar nie ernst, und die Figuren, wie eine Undercover-Agentin oder ein schmieriger Pornofilmer, sind gewollt überzeichnet. Dennoch staunt man darüber, wie unbekümmert die Jungfilmer bei allen Unzulänglichkeiten hier Hollywood nachahmen.

Viele Mitwirkende gewonnen

Während zweieinhalb Jahren haben Regisseur und Hauptdarsteller Bucher und Kameramann Gmünder ihre Ferien und ihre Freizeit dem Filmprojekt gewidmet. Und mit ihrer Begeisterung über 50 Darsteller und zahlreiche Helfer und Unterstützer zum Mitmachen motiviert; darunter den Profimusiker Ramon Kündig, der ihnen einen satten Filmsoundtrack komponiert hat. Am Ende sind es aber die vielen Erfahrungen, die sie dabei über das Filmemachen sammeln konnten, welche für die jungen Kinobegeisterten zählen. Die Lehren aus der cineastischen Fingerübung sollen in ihr neues Projekt «Teufelstein» einfliessen. Für diesen Innerschweizer Sagen-Thriller konnten Bucher und Gmünder gar einige Filmprofis gewinnen.

Sa, 9.4., Kinok in der Lokremise, 14 Uhr; Eintritt 7 Franken

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