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Mit Herz und Mut gegen die Gedankenlosigkeit

Lesbar Essay

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Axel Hacke:Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen. Kunstmann, 144 S., Fr. 27.50

Neben Harald Martenstein ist Axel Hacke der wohl bekannteste deutsche Kolumnist – und der Tiefsinnigste. Dabei kommen seine Texte leicht daher: seien es Familienminiaturen wie vor Jahren im «Kleinen Erziehungsberater», seien es nächtliche Gespräche mit seinem Kühlschrank oder Geschichten des «Verhörens», die er in Serie in «Der weisse Neger Wumbaba» herausgebracht hat. Sein neues Buch ist anders – und doch ein echter Hacke. In der Tradition der französischen Aufklärung mit ihren (fiktiven) Dialogen zu philosophischen und gesellschaftlichen Themen oder zu Fragen der Ästhetik steht der Essay mit dem langen Titel «Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen». Wie einst Rousseau oder Denis Diderot geht es ihm nicht primär um fertige Antworten, sondern um «Diskurs», um ein Gespräch unter Freunden, das dieser Text (mit vielen aktuellen Beispielen) anstossen kann und selbst durchspielt. Hacke denkt nicht als einsamer Intellektueller am Schreibtisch, sondern er diskutiert die Frage, was eine zivilisierte, «gesittete» Gesellschaft im Innersten zusammenhält, mit einem Freund in der Beiz, bei einem Bier ... mit dem die Frage nach Ethik und Anstand schon konkret beginnt. Ein wichtiges Buch im Jahr 2017.

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J. K. Rowling: Was wichtig ist. Vom Nutzen des Scheitern und der Kraft der Fantasie. Carlsen, 80 S., Fr. 21.–

Die Magie der Einfühlung

Ihre Harry-Potter-Romane wurden von Band zu Band länger; dieser Text ist kurz und prägnant: eine Rede, welche die englische Autorin 2008 zur Abschlussfeier der Universität Harvard gehalten hat. Mit einer überraschenden Pointe. Einem Publikum, das auf Erfolge abonniert ist und die nächsten Schritte auf der Karriereleiter schon fest im Blick, wenn nicht sogar unter Dach und Fach hat, preist Rowling den «Nutzen des Scheiterns» an, den Erkenntnisgewinn von Umwegen. Mit Witz knüpft sie an eigene Erfahrungen an: Kein Mensch hat seinerzeit auf ihr Manuskript gewartet. Fantasie jedoch, so Rowling, mache den Menschen fähig, sich in andere einzufühlen und hineinzudenken, aus der eigenen, oft zu engen Haut zu schlüpfen.

Bettina Kugler

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