Mit Füssen getreten

Randnotiz

Bruno Knellwolf
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Manchmal traut man seinen Augen nicht. Da sitzt ein schöner, grosser farbiger Käfer auf dem Boden im sonnigen Garten des Restaurants. Nicht zum Wohlgefallen einer Dicken, Schlechtgekleideten, die sich mit unerwarteter Eile ächzend aus ihrem Gartenstuhl bemüht – und den glänzenden Käfer mit lautem Knall zu Brei tritt. Ende, Aus für das unschuldige Insekt, das nichts Böses im Sinn und sich wohl nur kurzzeitig im Luftraum verirrt hatte.

Leider ist solch fehlende Wertschätzung tierischer Geschöpfe kein Einzelfall. Auch ohne eine Gefahr für den Homo Sapiens zu sein, machen sie gewisse Menschen einfach tot. Auch dem Frosch geschieht solches, wenn auch allermeistens ohne Absicht. Jetzt wo die Frösche sich wieder aufmachen, um sich zu vermehren und ihren Laich ins Wasser zu legen, sind wieder gewaltige Massaker zu befürchten. Dann, wenn ein Autoreifen sich nähert.

Besonders schade, wenn man bedenkt, welche Fähigkeiten die Tiere haben, wie Forscher soeben festgestellt haben. «Die Nachtsicht von Fröschen und Kröten scheint derjenigen aller anderen Tiere überlegen zu sein», schreibt die schwedische Universität Lund. Besondere Sehzellen in der Netzhaut machen es möglich, dass die Frösche sogar ­in der dunklen Nacht Farben erkennen und unterscheiden können. Und wir finden im Dunkeln ohne Handy kaum den Weg.

Bruno Knellwolf