Mit dem kecken Zwerg zur Kunst

Die Kunsthistorikerin Dorothee Haarer möchte mit ihrer neuen Kulturplattform «Der Puck» im Netz Appetit auf Entdeckungen in der Ostschweizer Kunstszene machen. Das Angebot will die bestehenden Kulturmedien nicht konkurrenzieren, sondern ergänzen.

Martin Preisser
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Die St. Galler Kunsthistorikerin Dorothee Haarer. (Bild: Martin Preisser)

Die St. Galler Kunsthistorikerin Dorothee Haarer. (Bild: Martin Preisser)

ST. GALLEN. Der Puck in Shakespeares «Sommernachtstraum» ist eine liebenswürdige Figur, gemütlich, keck, dem Menschen zugewandt, aber auch ein wenig schelmisch. Er ist jetzt zum Logo von Dorothee Haarers neuem Blog geworden. Was auf der Kulturplattform, die seit einem Monat aufgeschaltet ist, an Tips zur Ostschweizer Kunstszene steht, kommt kurz und bündig und leicht lesbar daher. «Die Texte sollen wie Appetizer wirken. Ich möchte Kunst auf meiner Website bewusst lustvoll und subjektiv beschreiben und sie dem Leser schmackhaft machen.»

Kunst mit Wollsocken

Der Puck soll nicht mit hochgestochenen kunsthistorischen Diskursen überladen sein. Er versteht sich auch nicht als Portal für klassische Kunstkritik. «Der Puck soll etwas Gemütliches ausstrahlen», sagt Dorothee Haarer, «so wie man über Kunst spricht, wenn man mit Wollsocken auf dem Sofa liegt.»

Schnell und kompakt

Als studierte Kunsthistorikerin füllt Dorothee Haarer ihre Kunstseite aber nicht mit Beliebigem, sondern nur mit dem, was sie selbst gesehen und interessiert hat. Am ehesten spiegelt die Idee der neuen Website die Rubrik «Das Werk der 14 Tage». Kompakt wird hier ein einziges Kunstwerk beschrieben. Unter dem Begriff «Hinsehen – hingehen» gibt es ausgewählte Veranstaltungstips, wiederum schnell lesbar serviert. Auf eine Agenda verzichtet die Seite ganz bewusst.

Neben den Kunst-Appetizern stellt die Homepage in Kulturgesprächen Kunstschaffende und ihre Arbeit vor. Aber auch praktische Tips für Kunstschaffende selbst hält der Puck parat. Etwa wie man ein richtiges Gesuch einreicht oder wie man sich Freelancer-Kulturarbeit honorieren lässt. Wie so oft in der Kulturszene verdient Dorothee Haarer an ihrer Homepage keinen Rappen. Ihr Engagement für die Ostschweizer Kulturszene ist rein idealistisch. «Wenn nicht über Kunst geredet wird, dann verschwindet sie», sagt Dorothee Haarer, die mit Herzblut einen weiteren Kulturkanal pflegen will, den sie nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu anderen Kulturmedien sieht.

Ausweitung auf andere Sparten

Die Fachfrau, die 2009 bis 2014 mit Erfolg die Galerie im Bahnhof St. Gallen geleitet hat und heute als administrative Leiterin im Kulturraum Nextex tätig ist, möchte in den nächsten Jahren den Puck auf alle Ostschweizer Kantone ausweiten und auch Sparten wie Theater, Text oder Tanz unter die Fittiche des kleinen Zwergs nehmen.

www.der-puck.ch