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Misslungene Mediensatire

Hansruedi Kugler

Literatur Er ist Chefredaktor des Kommunikationsmagazins Persönlich und Stichwortgeber auf «Teleblocher»: Matthias Ackeret, 53, versucht sich seit Jahren auch als Romanautor – Unterhaltung mit mässigem Erfolg. Deutlich höhere Verkaufzahlen hat er mit «Das Blocher-Prinzip» (2007) erzielt. Es ist sozusagen Stichwortgeber für Ackerets neuen Roman. Denn darin verspricht der journalistische Hochstapler Marcel du Chèvre (Ziegen-Marcel!) einem ebenso luxusverliebten, aber verschuldeten Verleger einen Bestseller mit dem Titel «Das Napoleon-Prinzip». Napoleon sei die Rehabilitation des kleinen Mannes, fantasiert du Chèvre. Er flieht ins Luxushotel Eden Roc, trifft eine geheimnisvolle Schönheit, die sich als die eigene uneheliche Tochter entpuppt. Er fantasiert sich zum Nachfolger Hemingways, hatte als junger Journalist eine Affäre mit Max Frischs Liebhaberin und eine Beinahe-Affäre mit Sofia Loren. Für eine Satire verfügt Ackeret zwar über eine freche Schnauze und irrwitzige Ideen, aber leider nicht über die feine Klinge, die eine Satire erst geistreich macht. Typisches Beispiel für die vulgäre Sprache: Eine Idee ist «ein spontaner Gedankenfurz, der sich zu seinem persönlichen Tschernobyl ausweitete». Die behauptete Geschichte über Selbsttäuschung bietet statt Tiefsinn bloss Prahlerei.

Hansruedi Kugler

Matthias Ackeret: Eden Roc, Offizin, 158 S., Fr. 26.90 Lesung So, 16.4, 20.30 Uhr, Hotel Hof Weissbad

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