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Minimalist im Do-it-yourself-Modus

Der Ostschweizer Jan Geiger wagt sich mit seinem neuen Klebeband-Programm erstmals vor Publikum. Der Musiker besticht vor allem durch seine scharfsinnigen, kritischen, aber auch witzigen Texte. Am Mittwoch gastiert er in der Kellerbühne St. Gallen.
Philipp Bürkler
Der Musiker Jan Geiger alias Klebeband. (Bild: PD)

Der Musiker Jan Geiger alias Klebeband. (Bild: PD)

Er sei erstmals in seinem Leben in der Situation, in der er alles selber machen müsse, erzählt Jan Geiger beim Kaffee. Künstlerisch zumindest. Konzerte organisieren, Musik aufnehmen und die ganze Büroarbeit wie Telefonate und E-Mails beantworten. «Ich bin nun mein eigener Manager.»

Während Geiger seit rund 20 Jahren im Improvisations-Jazztrio Rosset Meyer Geiger spielt sowie in der Ostschweiz mit der Band Herr Bitter bekannt wurde, bringt er nun sein eigenes Projekt erstmals auf die Bühne. Klebeband nennt er es, und es ist eine Ein-Mann-Band. Jan Geiger ist aber keine traditionelle und klassische «One-Man-Band mit Schlagzeug auf dem Rücken, Gitarre und Mundharmonika vorne und Glocken an den Füssen. Mit Klebeband hebt er die Kunst des Alleinunterhaltes auf einen neuen und individuellen Level. Kompositorisch minimalistische Rhythmen sowie geistreiche und gesellschaftskritische Texte arrangiert der dreifache Familienvater zu einer Performance.

Instrumentenbastler seit der Kindheit

Schere, Leim und Stifte sind typische Werkzuge für Bastler. Und natürlich: Klebeband. Neben einem Low-Budget-Kunststoff-Keyboard und einer Ukulele schafft Geiger vor allem mit seinen selbst gebastelten Instrumenten wie seinem Schlagzeug aus Konservendosen eine eigene Klangästhetik. Bereits als Kind in den Achtzigerjahren hat der heute 39-Jährige eigene Musikinstrumente erfunden: Karton, Pfannen und Putzeimer, einfach alles, was Klänge erzeugte und sich im Haushalt finden liess. «Es war mein Zufluchtsort, ich kam von der Schule nach Hause und habe gebastelt.» Dieses Bedürfnis habe sich bis heute nicht geändert, erklärt der Schlagzeuglehrer, der an der Kantonsschule Wattwil unterrichtet.

Vor Jahren habe ihn ein Freund darauf hingewiesen, er solle doch seine Basteleien aus der Kindheit professionalisieren und damit musizieren. «Das war der Grund, weshalb ich wieder mit Basteln angefangen habe», erklärt Geiger die Anfänge von Klebeband vor rund neun Jahren.

2012 und 2013 veröffentlichte er als Klebeband zwei CDs die viele Dub-Kompositionen beinhalteten. Vor Publikum getestet hat der Musikpädagoge seine damaligen Produktionen jedoch nie.

Witzige Wortspiele mit Groove und Rhythmus

Mit seinem neuen Programm «Nix ab Konserve» tritt der mit seiner Familie im Thurgau lebende Musiker nun erstmals auf die Bühnen. Ein Jahr bastelte Geiger für «Nix ab Konserve» an den Do-it-yourself-Instrumenten, zwei Jahre schrieb er an den ­Texten.

Mit verdrehten Wortspielen, aufs Wesentliche reduzierte Phrasen wie «Worscht, Wortsch, Wortsch» oder der «Bruce-Willis-Brilleghüs-Blues», hält Klebeband der Gesellschaft intelligent und subtil den Spiegel vor. «Ich drehe oft Wörter um und schreibe sie auf. Manchmal ergeben sich lustige Geschichten.» Mit Klebeband kommt ein weiterer Künstler aus St. Gallen, der in Dialekt subtil Beobachtungen des Lebens beschreibt.

Hinweis

Konzert: Mi, 15.5., 20 Uhr, Kellerbühne, St. Gallen.

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