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Autorengespräch in Zug: Migration prägt unsere ganze Geschichte

Am Dienstag treten die Autoren eines Buches über die Migration in der Schweiz öffentlich in Zug auf. Das Thema wirft ein besonderes Licht auf unser Land.
Arno Renggli
Italienische Arbeiterinnen bei der Einreise in Chiasso. Ab 1946 warb die Migros ledige Frauen aus Italien für eine Saison an. (Bild: Sozialarchiv Zürich)

Italienische Arbeiterinnen bei der Einreise in Chiasso. Ab 1946 warb die Migros ledige Frauen aus Italien für eine Saison an. (Bild: Sozialarchiv Zürich)

Nach der extrem spannenden Lektüre des Buches «Schweizer Migrationsgeschichte» hat man primär folgenden Eindruck: Praktisch die ganze Schweizer Geschichte ist irgendwie von Migration geprägt. Anders gesagt: In der Migrationsgeschichte der Schweiz widerspiegelt sich die ganze Historie unseres Landes.

Zweitens fällt auf, dass die Schweiz von der Immigration fast immer profitiert und diese durchaus sehr pragmatisch gesteuert hat. Derweil sie selber phasenweise eher ein Emigranten- als ein Immigrantenland war. Einer der vielen spannenden Teilaspekte davon ist beispielsweise das Söldnerwesen, wo gerade die Zentralschweizer Kantone eine grosse Rolle gespielt haben. Und in den Auswanderungswellen etwa um 1900 stand nicht nur Amerika im Vordergrund, sondern auch viele andere Destinationen wie etwa Russland.

Schliesslich wird einem bei der Lektüre bewusst, dass das Entstehen der Schweiz, ihres Wohlstandes und ihrer weltweit bewunderten Politkultur viel mit Migration zu tun hat. Dass diese Schweiz kaum auf ethnischer Homogenität beruht. Sondern vielmehr auf einem Schmelztiegel, dabei durch äussere Umstände begünstigt worden ist und bis heute getragen wird von allen, die diese Form des Zusammenlebens unterstützen. Ganz egal, ob sie nun von den Kelten, den Römern, den Alemannen abstammen. Oder ob ihre Eltern aus Italien, Afrika oder Albanien kommen. Was auch die Angst vor «Überfremdung» relativieren sollte, wie die Autoren des Buches betonen.

André Holenstein, Patrick Kury und Kristina Schulz: Schweizer Migrationsgeschichte. Hier-und- Jetzt-Verlag 2018, 380 S., Fr. 39.–.

Am Dienstag, 26, Juni, um 19.30 Uhr, findet in der Bibliothek Zug (St.- Oswalds-Gasse 21) ein Gespräch mit dem Autorenteam statt. Die Leitung hat Kari Kälin, Inlandredaktor unserer Zeitung. Der Anlass ist öffentlich, der Eintritt kostenlos.

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