«Metropol», St. Gallen: Juwel über der Baustelle

Es herrscht reger Betrieb im ersten Stock des «Metropol» am Bahnhofplatz, hoch über der grössten Baustelle der Stadt St. Gallen.

Beda Hanimann
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"Zu Tisch" Picto (Bild: Beda Hanimann)

"Zu Tisch" Picto (Bild: Beda Hanimann)

Es herrscht reger Betrieb im ersten Stock des «Metropol» am Bahnhofplatz, hoch über der grössten Baustelle der Stadt St. Gallen. Aderito dos Santos, Teamleiter Service und seit der Wiedereröffnung des Erststockrestaurants im Jahr 2002 dabei, hindert das nicht, uns wohlgelaunt zu begrüssen, als hätte er gerade auf uns gewartet. Auch beim zweiten Besuch am Mittag ist viel los, Hoteldirektorin Karin Thurnheer Bloch hat alle Hände voll zu tun, Gäste zu begrüssen und zu verabschieden, oft per Du. Das «Metropol» hat eine grosse Stammkundschaft, das spricht für sich.

Und das überrascht nicht. Der Raum mit Nebenstube und Galerietischchen entlang der langen Fensterfront gehört zu den elegantesten Restrauranträumen der Stadt, die Bedienung ist herzlich, und die Küche mit dem Chef Jan Zoubek kredenzt topmotiviert Klassiker in zeitgemässer Interpretation, wie der Gault Millau festgestellt hat. Wir ergänzen salopp: Das Erststocklokal des «Metropol» ist voll im Saft.

Souverän kombiniert

Karin Thurnheer Bloch sagt es so: «Unser langjähriges Team prägt die Küche mit dem, was wir gern haben. Wir pflegen eine leichte, saisonale Küche mit mediterranen und asiatischen Einflüssen.» Das trifft den Kern sehr gut. Wir sind begeistert, wie souverän und eigenständig hier Klassisches variiert und ergänzt wird. Es gibt Appenzeller Säuli-Kotelett mit Dörrbohnen, Speck und Spätzli (39.–), es gibt Hackbraten an Rotweinsauce mit Kartoffelstock und Gemüse (26.–), es gibt aber auch Nüsslisalat an Feigendressing mit Pouletleberli (15.–) oder Tuna-Sashimi im Sesamöl und Kikkoman mariniert (Vorspeise 16.–, Hauptspeise 32.–).

Bezaubernde «Liaison fou»

Auf unseren Tisch kommen eine sehr aromatische Thai-Curry-Essenz mit Gemüse-Wan-Tan (12.–) und Rindsbouillon mit Flädli (9.–), dann ein sehr leichter Teller mit dreierlei Fisch (42.–) und eine bezaubernde «Liaison fou» mit Kalbsmedaillon mit Morchelhaube, Rindsfiletmedaillon mit Kräuterkruste an Barolojus, Nudeln und Gemüse (46.–).

Auch die Weinkarte lässt unser Herz höher schlagen. Sie enthält Raritäten für ganz besondere Anlässe wie einen Amarone für 395.–, aber auch eine stimmige Auswahl an Roten zwischen 46.– und 80.–.

Unser Eindruck: Stilsichere Küche in gediegenem Ambiente, schöne Balance zwischen Noblesse und Unkompliziertheit – und ausgesprochen herzliche Bedienung. Ein Juwel.

Metropol, St. Gallen Bahnhofplatz 3, 9000 St. Gallen, Tel. 071 228 32 32, Karin Thurnheer Bloch (Hoteldirektorin), Jan Zoubek (Küchenchef) www.hotel-metropol.ch Öffnungszeiten: So Ruhetag Karte: Täglich 4 Mittagsmenus (3 Gänge) ca. Fr. 24.– bis 38.– plus à la carte. Hauptgerichte Abendkarte Fr. 28.– bis 58.–

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