Men im Palace: Eine Stimme der Queer Music

Vor einem Jahr spielten Men im Palace bereits ein phantastisches Konzert. Jetzt kehrt die Gruppe mit ihrem neuen Album nach St. Gallen zurück. Und damit auch ein Stück Politik. Denn ihr Disco-Elektropop ist ein Vehikel für die Auseinandersetzung mit Themen der Homosexualität.

Drucken
Teilen

Vor einem Jahr spielten Men im Palace bereits ein phantastisches Konzert. Jetzt kehrt die Gruppe mit ihrem neuen Album nach St. Gallen zurück. Und damit auch ein Stück Politik. Denn ihr Disco-Elektropop ist ein Vehikel für die Auseinandersetzung mit Themen der Homosexualität.

Men gehören zu einer neuen Generation, die Sexualität und Musik untrennbar verbinden und der Queer Music eine politische Stimme geben. Eine Stimme, die vor allem im Disco-Genre dank Hercules and Love Affair (mit «Blind» gesungen von Antony Hegarty) einen Höhepunkt erreichte und sie zu Identifikationsfiguren machte.

Entstanden ist Men in New York ursprünglich als DJ- und Remix-Kollaboration zwischen JD Samson und Johanna Fateman, ihrer Bandkollegin bei der feministischen Electroclash-Band Le Tigre. Mit Michael O'Neill und Ginger Brooks Takahasi, die mit Samson bereits bei Hirsute musikalische Ideen gekreuzt hatten, wuchs Men schliesslich zur Band heran. Der Titel ihres vor kurzem veröffentlichten ersten Albums «Talk About Body» ist Programm: Es geht um Themen wie Transgender, Rechte und Gleichberechtigung Homosexueller, um Kinderwünsche, aber auch um gesellschaftspolitische Fragen wie die Überbevölkerung. Der Song «Credit Card Babie$» ist dabei symptomatisch und soll «zu einer Art Hymne für diese Queer Community werden, die Familien gründen will», wie Samson in einem Interview sagte.

Trotz viel Material für den Kopf kommen die Beine nicht zu kurz. Denn der Gruppe geht es letzten Endes darum, Spass zu haben.

David Gadze

Heute Fr, Palace, 22 Uhr (Tür 21) Support: Dance Affair (SG)

Aktuelle Nachrichten