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«Mein Film macht sich nicht über Juden lustig»

Publikum und Medien zeigen sich begeistert von Michael Steiners «Wolkenbruch». Dass orthodoxe Juden den Film kritisieren, erstaunt den Regisseur jedoch nicht.
Lory Roebuck
Regisseur Michael Steiner freut sich über den Erfolg seines Films (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Regisseur Michael Steiner freut sich über den Erfolg seines Films (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Die Filmkomödie von Michael Steiner füllt derzeit Kinosäle in der ganzen Deutschschweiz. Zwei Wochen nach seiner Premiere hat «Wolkenbruch» bereits 90 000 Zuschauerinnen und Zuschauer vor die Leinwände gelockt. Das sind sogar noch mehr als letztes Jahr beim Film «Die göttliche Ordnung» im selben Zeitraum. Petra Volpes Werk avancierte danach zum erfolgreichsten Schweizer Kinofilm 2017 – dass «Wolkenbruch» diese Liste toppen wird, scheint ausser Frage. «Wolkenbruch»-Regisseur Michael Steiner zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung hocherfreut über diesen Erfolg:

«Dass ein Film auf Jiddisch beim Publikum so gut ankommt, freut mich.»

Die Sprache sei ein grosses Risiko gewesen, man höre jiddisch nicht oft im Alltag. Aber es sei nahe am Schweizerdeutsch. «Und das im Kino zu hören, macht Spass», sagt Steiner. Sein cineastischer Einblick in die ­jüdisch-orthodoxe Parallelwelt sorgt in den Kinosälen für unablässiges, herzhaftes Gelächter. Auch die Kritikerinnen und Kritiker zeigten sich bislang begeistert vom Film.

Einblick in eine neue Welt

In diesen Jubelchor haben sich nun aber erste Misstöne gemischt. In seiner jüngsten Ausgabe kritisiert die «NZZ am Sonntag» beispielsweise, dass sich «Wolkenbruch» über Juden lustig mache. Der Autor spricht von «altbekannten Vorurteilen» und schreibt: «Das Publikum darf sich für einmal ganz enthemmt über diese komischen Juden amüsieren.»

«‹Wolkenbruch› macht sich nicht über jüdische Kultur lustig», entgegnet Michael Steiner. Die Juden-Klischees, mit denen der Film spielt, würden der Buchvorlage entspringen.

«Ich bin mit grösstmöglichem Respekt an die Materie herangegangen. Ich hatte gute Berater, ehemalige Aussteiger, auf die ich mich verlassen konnte.»

Er ist überzeugt, dass «das Publikum spürt, ob ein Film mit Sorgfalt gemacht» wurde.

Dass orthodoxe Juden in Zürich mit dem Film nichts anfangen können, erstaunt Steiner indes nicht: «Sie wollen die Leute behalten, darum wünschen sie, dass keine Aussteiger existieren.» Steiner war es ein grosses Anliegen zu zeigen, dass es auch unter den Orthodoxen Unterschiede gibt. «Der Film gibt Einblicke in eine Welt, die zwar so nahe ist, aber die man sonst nicht sieht.»

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