MEIN BILD

Kanu im Gegenlicht Die Sonne tauchte alles in ein warmes Gelb, als sie durch die Wolken brach. Es war Abend geworden auf Moorea, dieser Insel im Südpazifik, auf der ich im Sommer 2009 meine Ferien verbrachte. Die Sonne blendete, ich kniff die Augen zusammen und spürte, wie müde ich war.

Drucken
Teilen

Kanu im Gegenlicht

Die Sonne tauchte alles in ein warmes Gelb, als sie durch die Wolken brach. Es war Abend geworden auf Moorea, dieser Insel im Südpazifik, auf der ich im Sommer 2009 meine Ferien verbrachte. Die Sonne blendete, ich kniff die Augen zusammen und spürte, wie müde ich war. Mit meinen Eltern hatte ich gerade erst auf holprigen Natursträsschen die Insel erkundet, die zu Französisch-Polynesien gehört. Wir waren durch tropische Regenwälder gefahren und hatten frische Früchte bei den Einheimischen gekauft. Die Natur war phantastisch.

Plötzlich bemerkte ich, wie auf dem Meer vor mir zwei Fischer mit einem Kanu ins Sonnenlicht paddelten. Die Männer waren mir bisher gar nicht aufgefallen, weil sie im Schatten der Wolken auf dem Wasser trieben. Nun aber erreichten die beiden das Licht. Ein perfekter Moment für ein Foto! Alles passte: Die Sonnenstrahlen, die dunklen, ausgefransten Wolken, der goldene Glanz des Meers und das Kanu im Gegenlicht.

Erst danach wurde mir bewusst, was für ein spezieller, einmaliger Augenblick ich gerade festgehalten hatte. Ein simples Kanu und das schlichte Sonnenlicht, was für eine grossartige Szenerie. In diesem Moment habe ich begriffen, was das Schöne am Fotografieren ist: Man hat für einmal die Möglichkeit, die Welt einen Moment lang stillstehen zu lassen, um sich an einem einzigen Augenblick zu erfreuen.

Notiert: Nina Thöny

Aktuelle Nachrichten