Meiers geraunte Geschichten

Bei Yello im Duo mit Boris Blank ist die Stimme von Dieter Meier vor allem ergänzender Tupfer. Auf seinem Solodébut «Out of Chaos» tritt der Zürcher aus sich heraus und ins abgedunkelte Rampenlicht.

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Bei Yello im Duo mit Boris Blank ist die Stimme von Dieter Meier vor allem ergänzender Tupfer. Auf seinem Solodébut «Out of Chaos» tritt der Zürcher aus sich heraus und ins abgedunkelte Rampenlicht. Statt wagemutiger Elektrospielereien bietet er zwölf halbakustische Stücke, die am Blues und Chanson vorbeischlendern und nur aus gefühlter Nostalgie auch mal beim Post-Punk einkehren.

Der 69jährige Meier nimmt in den Liedern die Rolle des würdig gealterten Entertainers ein, der über hinuntergestürzte Martinis, vergebliches Warten auf die Herzensdame oder die Leiden eines Nachtportiers sinniert. Dieter Meier raunt seine Geschichten, lässt sie scheppern und treibt sie – wo nötig – auch mal durch den Nonsens.

Das Ergebnis, eine Mischung aus Tom Waits, Frank Sinatra und Trio, klingt distanziert, verkatert und bisweilen auch liebeskrank. Es ist Musik, die den Regen heraufbeschwört, den kommenden Morgen scheut und ganz für den Moment lebt. Prächtig. (mig)

Dieter Meier: «Out Of Chaos» (Staatsakt/TBA).

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