Meggen
Kammermusikfestival ist mit einem Gassenhauer unterwegs in die Romantik

Klang Meggen holt Beethovens Jubiläum mit dem Schweizer Klaviertrio und dem Klarinettisten Fabio di Casola nach.

Urs Mattenberger
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In seinem Jubiläumsjahr kam Beethoven zu kurz. Aber zum Glück werden viele Veranstaltungen nachgeholt, die den Lockdowns zum Opfer fielen. Wie jetzt am Kammermusikfestival Klang Meggen, das «Doch noch Beethoven!» spielt.

Nachgeholt wird das komplette Programm: Das hochkarätige Schweizer Klaviertrio, das zuletzt im Herbst im KKL eine Standing Ovation erhielt, spielt in vier Konzerten sämtliche Klaviertrios von Beethoven. Dazu gehören auch jene mit Klarinette mit dem Klarinettisten Fabio di Casola.

Das Schweizer Klaviertrio (Martin Staub, Klavier, Angela Golubeva, Violine, Joël Marosi, Cello) mit dem Klarinettisten Fabio di Casola.

Das Schweizer Klaviertrio (Martin Staub, Klavier, Angela Golubeva, Violine, Joël Marosi, Cello) mit dem Klarinettisten Fabio di Casola.

Bild: PD

Umzug in die Piuskirche Meggen vor 50 Besuchern

Neu ist allerdings der Konzertort. Auf Schloss Meggenhorn, wo die Klang-Festivals im Normalfall stattfinden, wären aufgrund der Coronaregeln und der engen Platzverhältnisse im Salon nur 30 Besucher zugelassen. Deshalb zieht das Festival für diese Ausgabe um in die Piuskirche in Meggen. Hier gilt die übliche Beschränkung auf 50 Besucher mit Schutzkonzept.

Mit ihrer Marmorverkleidung, die das Licht im fensterlosen Raum durchschimmern lässt, schaffte es die Piuskirche als «Kulturobjekt von nationaler Bedeutung» ins Schweizer Kulturgüterverzeichnis. Akustisch dürfte sie dem Zug ins Sinfonische, zu dem sich Beethovens Klaviertrios entwickelten, ohnehin entgegenkommen.

Spannend an diesem Beethoven-Paket ist gerade, dass es mit zusätzlichen Variatonenwerken und Bearbeitungen Einblick gibt in verschiedene Schaffensphasen des Komponisten. Und das nicht chronologisch, sondern in kontrastreich zusammengestellten Programmen.

Das macht sogar ein doppeltes Gipfeltreffen möglich, wie im Eröffnungskonzert (Freitag, 28. Mai, 20 Uhr). Da erklingt das populäre «Gassenhauer»-Trio für Klarinette, Klavier und Cello, in dessen Schlusssatz Beethoven einen damals aktuellen Opernschlager variiert. Demgegenüber öffnet das «Erzherzogtrio» mit seinem sich über weite Strecken liedhaft verströmenden, mysteriösen Gesang das Tor weit in die Romantik.

Die übrigen Programme kombinieren ein Klaviertrio aus dem an Mozart orientierten Opus 1 sowie Variatonenwerke mit den Klaviertrios op. 70, die Beethoven in der Zeit der fünften Sinfonie schrieb: Dem «Geistertrio», dessen dämonischer Mittelsatz Czerny an den Geist in Shakespeares «Hamlet» erinnerte (Sonntag, 30. Mai, 14.30 Uhr), und dem Klaviertrio op. 70.2 (Sonntag, 30. Mai, 18 Uhr).

Einen besonderen Akzent setzt dazwischen – mit Fabio di Casola – Beethovens eigene Klaviertriobearbeitung seines Septetts op. 20. Zur Primetime am Samstag, um 20 Uhr dürfte man sich da fühlen, als gäbe es kein Corona.

Klang Meggen, 28. bis 30. Mai, Piuskirche Meggen; Infos/VV: www.klang.ch, Tel. 041 250 79 02.

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