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Mark Knopfler wünscht sich einen Gitarrenlehrer

Mark Knopfler ist einer der grossen Gitarristen unserer Zeit. Seit dem Ende von Dire Straits folgt er still und virtuos nur seinem Musikerherz. Auch in seinem neuen Album «Down the Road Wherever».
Hanspeter Künzler

Umgeben von Gitarren sitzt Mark Knopfler in seinem Studio, verströmt Frieden und redet über sein neues Album «Down the Road Wherever». Es ist sein zehntes seit er vor 23 Jahren, sehr zum Schrecken der restlichen Bandmitglieder, Dire Straits aufgelöst hat. 69 Jahre alt ist er inzwischen. Er schreibe heute mehr Songs denn je, und aus dem Tonfall ist die Dankbarkeit herauszuspüren: «Ich sehe keinerlei Anzeichen dafür, dass die Songs am Austrocknen wären. Im Gegenteil, es kommen mehr und mehr.»

Gitarrist und Sänger Mark Knopfler.

Gitarrist und Sänger Mark Knopfler.

Soeben hat er auch noch die Lieder für ein ganzes Musical komponiert. Es handelt sich dabei um eine Bühnenversion von «Local Hero», der feinen schottischen Filmkomödie mit Burt Lancaster, für die Knopfler anfangs der 1980er Jahre den instrumentalen Soundtrack eingespielt hatte. «Je älter man wird», sagt er, «desto länger wird die Liste von Dingen, die man noch erreichen möchte.» Ein paar Jahre lang waren Dire Straits die populärste Rockband auf der Welt. Ihr Album «Brothers in Arms» verkaufte sich weit über dreissig Millionen Mal. Auf der Spitze des Erfolges warf Knopfler das Handtuch. «Es war mir alles zu laut und zu gross geworden. Es ging nicht mehr um die Musik.» Die Zeiten, wo er das Haus nicht ohne Bodyguards verlassen konnte, sind längst vorbei. Jetzt ist es ihm wieder wohl. Nach der Arbeit im Studio kann er sich unbehelligt in den Pub setzen. Wenn ihn jemand anspricht, ist es mit Respekt: «Die Menschen sind wunderbar», strahlt er.

Der Vater war ein jüdischer Flüchtling

Möglicherweise hat das Bedürfnis nach Alltäglichkeit und Wurzeln den Ursprung in der Familiengeschichte. Knopflers ungarisch-jüdischer Vater, ein Architekt, war 1939 als Flüchtling in Glasgow gelandet und hatte dort eine Lehrerin geheiratet. Seine Entwurzelung mag auch im Sohn Spuren hinterlassen haben: Auch das Rockstar-Dasein kann eine Art Entwurzelung darstellen. Mark war acht Jahre alt, als die Familie nach Newcastle zog. Mit der Stadt ist er noch heute eng verbunden. Er liebe es, Songs zu schreiben, erklärt Mark Knopfler im Dokumentarfilm «A Life in Songs» (2011): «Ich liebe das Proben, ich liebe die Arbeit im Studio und ich liebe es, auf Tournee zu gehen.»

Im kommenden Frühling geht es erneut auf Reisen. Im Mai gastiert er im Zürcher Hallenstadion. Obwohl es so nicht ausgesprochen wird, könnte es Knopflers letzte längere Tournee sein. Er müsse sich irgendwie die Zeit verschaffen, seiner Muse freien Lauf geben zu können, sagt er. «Wenn man eine Wahl treffen muss, fällt zuerst das weg, was am meisten harte Arbeit bereitet. Tourneen, das wird wohl der Baum sein, der zuerst gefällt wird.»

Wieder mehr Gitarre üben

Das fleissige Songschreiben gehe auf Kosten der Gitarre. Man konzentriere sich auf völlig andere Dinge als beim Üben. Am liebsten würde er einen Gitarrenlehrer engagieren: «Einen, der jede Woche zu einer bestimmten Zeit kommt, der keine Ausrede zulässt, sozusagen Pilates-Sessions für die Gitarre.» Weiss er denn nicht längst schon alles, was es über die Gitarre zu wissen gibt? «Nein! Davon bin ich meilenweit entfernt. Was sage ich! Lichtjahre sind es, so gross ist die Entfernung!» «Down the Road Wherever» serviert vierzehn Lieder, allesamt im rootsig angehauchten, eleganten Singer/Songwwriter-Stil, den der Saitenvirtuoso seit dem Ende von Dire Straits verfolgt. Man hört diesmal einige Bläser mehr als auch schon und ein bisschen weniger englische Folkeinflüsse. Geblieben sind die quecksilberhaften Gitarrenriffs, die nie ins Showhafte abrutschen, und die samtenen Melodien halbwegs zwischen englischem Folk und Americana. Ja, auch ein Hauch New Orleans ist zu spüren.

Geblieben ist auch die Knopflersche Vorliebe fürs Geschichtenerzählen. Nirgends kommt dies schöner zur Geltung als im Song «Just a Boy Away From Home». Er erzählt die Story von einem jungen Mann in Newcastle und seinem Heimweh nach Liverpool und endet mit Knopflers eigenwilliger Interpretation von «You’ll Never Walk Alone», der Hymne des FC Liverpool.

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